Die Lebensversicherung
Um es gleich vorweg zu sagen: Über kaum ein anderes Thema ist soviel Quatsch geschrieben und gesagt worden, wie über die kapitalbildende Lebens- und/oder die private Rentenversicherung.
Märchen und Wahrheiten, abenteuerliche Renditeversprechungen, grobe Falschaussagen bis hin zum 'Jägerlatein', das alles liest und hört man, wenn es um dieses Thema geht. Aber damit ist für Sie jetzt Schluss!
Nach diesem Kapitel werden Sie in der Lage sein, jedes Angebot einer Kapital- und/oder Lebensversicherung sehr schnell und einfach auf seinen Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen.
Wichtig: Wir raten dabei nicht, wir rechnen und lassen Fakten sprechen.
Zunächst aber erst einmal ganz grundsätzlich: Wie funktioniert eine Kapitallebensversicherung überhaupt?
Eine Kapitallebensversicherung ist im Grunde genommen eine Vermischung von 'Absicherung im Todesfall' und einem Sparvertrag, der mindestens 12 Jahre (meistens sogar wesentlich länger) läuft.
Genau dieser Punkt (nämlich die Vermischung von Absicherung und Sparvorgang) wird von den Kritikern der Lebensversicherung bemängelt. Diese raten nämlich dazu, die beiden Vorgänge strikt voneinander zu trennen und eine Risikolebensversicherung für die notwendige Absicherung der Hinterbliebenen abzuschließen und die Kapitalbildung in einem extra Sparvertrag vorzunehmen.
Auch wir vom FinanzplanTeam tendieren zu dieser Ansicht, raten aber keinesfalls dazu, jetzt einfach radikal und unbesehen alle bestehenden Verträge zu kündigen. Das wäre fatal.
Deshalb hier erst einmal eine Übersicht der Argumente, die für eine
Trennung von Todesfallabsicherung und Vermögensaufbau sprechen:
Flexible Todesfallabsicherung: Bei einer Lebensversicherung kann die Absicherungssumme nicht vollkommen frei gewählt werden, sondern folgt immer irgendwelchen Tarifbestimmungen.
Auch ein Nachteil: Wenn sich der Absicherungsbedarf ändert, weil sich etwa Nachwuchs eingestellt hat, ein Haus finanziert wird oder später die Kinder wieder aus dem Haus sind oder die Hypothek abbezahlt ist,
kann die Absicherung oft nicht flexibel genug angepasst werden.
Trennt man die Absicherung und den Kapitalaufbau, so wird für die Absicherung eine reine Risikolebensversicherung gemacht, die Sie jederzeit (im Grunde genommen sogar jedes Jahr) an die Höhe Ihres persönlichen Absicherungsbedarfs anpassen können.
Dadurch sind Sie natürlich sehr flexibel und zahlen in den Jahren, in denen Sie keine so hohe Absicherung mehr brauchen auch wesentlich weniger an Versicherungsprämie, während Sie in den Jahren, in denen hoher Absicherungsbedarf besteht, diesen auch ausreichend hoch versichern können.
Klare Kostenstruktur: Wird (wie bei einer Kapitallebensversicherung) die Absicherung und der Kapitalaufbau vermischt, weiß man nie genau, wie viel die Absicherung pro Jahr an Prämie kostet. Die meisten Kunden gehen davon aus, dass wenn sie 200 Euro in eine Kapitallebensversicherung bezahlen, diese auch für sie angelegt werden.
Das ist weit gefehlt, denn die Versicherungsgesellschaft zieht von dem monatlichen Beitrag meist zunächst einmal 5 % ab und nennt das 'Ratenzahlungszuschlag'. Sie bezahlen also monatlich 10 Euro (und das über die gesamte Laufzeit des Vertrages) damit Sie überhaupt monatlich einzahlen können. Das ist doch bedenklich - oder nicht?
Eine Versicherung würde jetzt wahrscheinlich so argumentieren, dass Sie eben jährlich bezahlen sollen, denn dann fällt der Ratenzahlungszuschlag nicht an. Das ist witzig, aber auf jeden Bank- oder Investmentsparvertrag können Sie so einzahlen, wie Sie es gerne möchten, und dort fällt niemals ein ähnlicher 'Strafteilzahlungsbeitrag' an.
Also das ist schon ein wirkliches Argument für die Trennung von Kapitalaufbau und Risikoabsicherung. Es geht aber noch weiter, denn als nächstes zieht die Versicherung von den in unserem Beispiel noch übrigen Beitrag von 190 Euro die so genannten Verwaltungskosten ab. Das sind Kosten für die Verwaltung, Vermittlungsprovisionen und dergleichen.
Wie viel Kosten von Ihren Versicherungsbeiträgen für die Verwaltung abgezogen werden, weiß man meist nicht genau, denn die Informationen fließen hier leider nur sehr spärlich. Wir vom FinanzplanTeam schätzen die Verwaltungskosten auf im Durchschnitt ca. 5 % des Versicherungsbetrages.
Und dann bezahlen Sie noch die Abschlussprovision des Vermittlers, der seine Provision ja direkt von der Versicherung erhält und die quasi Ihrem Vertrag belastet wird. Das ist auch der Grund dafür, dass Sie in den ersten Jahren bei einer Kündigung einen so geringen Rückkaufswert haben.
Wenn Sie zum Beispiel 36 Monate lang jeweils 200 Euro in eine Kapitallebensversicherung einzahlen, sind das insgesamt ca. 7.200 Euro an Prämien. Ein Versicherungsvertreter erhält für solch einen Vertrag (wenn er mit einer Laufzeit von 30 Jahren abgeschlossen wird) ungefähr 2.500 Euro Abschlussprovision.
Kein Wunder, dass man bei einer Kündigung nach 3 Jahren oftmals nicht einmal ein Drittel der selbst eingezahlten Beiträge erstattet bekommt.
Fazit hier: Für den Ratenzahlungsaufschlag, die Verwaltungskosten sowie die Abschlussprovision kommen bei unserem Vertrag über die Vertragslaufzeit von 30 Jahren leicht und locker 26.000 Euro zustande. Was für eine wahnsinnig große Summe. Überlegen Sie einmal, wie viel Monate Sie zur Arbeit gehen, um 26.000 Euro Netto zu verdienen.
Unser Tipp: Berechnen Sie – mit dem Lebensversicherungsmodul, das Sie auf der Webseite zum Buch finden - selbst, wie viel Geld Sie hier an Versicherungen 'spenden', denn Sie als Kunde haben davon nichts!
Flexible Laufzeit / bessere Verfügbarkeit: Da eine Lebens- oder Rentenversicherung stets mit einer festen Laufzeit abgeschlossen wird, ist Ihre Verfügbarkeit in dieser Zeit naturgemäß äußerst eingeschränkt. Durch die Trennung von Absicherung und Vermögensaufbau erreichen Sie
automatisch auch, dass Sie über den Teil, den Sie (z.B. in einem Investmentsparvertrag) ansparen, so frei verfügen können, wie Sie es selbst bei Vertragsabschluss festlegen.
Bedenkt man, dass nur ein sehr geringer Teil aller abgeschlossenen Lebensversicherungen wirklich bis zum Ende der ursprünglich vereinbarten Laufzeit durchgehalten wird, kann das ein unschätzbarer Vorteil für den Kunden sein.
Woran auch kaum jemand denkt: Wenn der Versicherungsbedarf gar nicht mehr besteht, weil sich die persönlichen Lebensumstände geändert haben, kann bei einer Trennung von Vermögensaufbau und Absicherung die Risikoversicherung leicht gekündigt werden und es steht mehr Geld für den Sparvorgang zur Verfügung.
Anpassungsfähiger Sparvorgang: Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Sie bei einer Trennung von Absicherung und Vermögensaufbau Ihren Sparbetrag beliebig reduzieren oder erhöhen können. Wenn Sie mehr Geld zur Verfügung haben, zahlen Sie einfach mehr Geld ein.
Steht einmal nicht so viel Geld zur Verfügung, können Sie den Sparbetrag reduzieren oder sogar ganz aussetzen.
Eine Kapitallebensversicherung können Sie nicht ohne weiteres erhöhen oder reduzieren, weil Sie hier immer mit den steuerlichen Vorgaben 'zu kämpfen' haben. Wenn Sie beispielsweise eine bereits 20 Jahre bestehende Versicherung in der Summe und dem Beitrag erhöhen, kann der gesamte Vertrag wieder steuerpflichtig werden und die ursprünglichen steuerlichen Vergünstigungen gehen verloren.
Was also jetzt tun?
Egal, ob Sie bereits eine Lebensversicherung haben oder vor der Frage stehen, einen Neuabschluss zu tätigen: Berechnen Sie zunächst Ihren Vertrag. Finden Sie heraus, welche Rendite Sie damit erzielen. Dazu nutzen Sie bitte das vorbereitete Modul der Lebensversicherung.
In diesem Modul finden Sie auch ein bereits vorgefertigtes Schreiben, mit dem Sie alle erforderlichen Daten bei Ihrer Versicherung anfragen können.
Was tun, wenn Ihr Vertrag eine zu schlechte Rendite aufweist?
Sollte sich herausstellen, dass Ihr Vertrag nur eine sehr magere Rendite erbringt, so werden Sie diesen wahrscheinlich kündigen wollen. Vorher sollten Sie allerdings versuchen, ob Sie ihn nicht gewinnbringender an einen Aufkäufer von Lebensversicherungen verkaufen können. Hier finden Sie zwei Adressen im Internet dazu:
http://www.cashlife.de
http://www.lv-doktor.com
Und wie geht es weiter, wenn ich meine Versicherung kündigen möchte, weil sie zu schlecht wirtschaftet?
Zunächst gilt wie immer, und das ist sehr wichtig: Geben Sie einen bestehenden Versicherungsschutz immer erst dann auf, wenn Sie die Deckungs-zusage des neuen Versicherers schriftlich vorliegen haben!
Rufen Sie einfach wieder die Ihnen bereits bekannte Vergleichsseite für Finanzverträge auf und lassen Sie sich ein Angebot für eine Risikoversicherung erstellen.
Zusätzlich können Sie auch Ihren Versicherungsberater nach einem Angebot fragen. Dann haben Sie mindestens zwei Angebote und können selbst auswählen, für welches Sie sich entscheiden.
Wenn Sie sich für ein Angebot entschieden haben, dann schließen Sie es ab. Schließen Sie jetzt parallel dazu einen geeigneten Sparvertrag für sich ab.
Das Beispiel Kapitallebensversicherung zeigt sehr schön, dass man wirklich nicht immer nur mehr arbeiten muss, um bessere Ergebnisse zu erzielen, sondern dass der GeldSparKurs hierbei sehr hilfreich ist.
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Erstellt am: 23.08.2011

