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Wie geht es nun aber richtig? Was hätten Peter und Mary anders machen können?
Erzählen wir die Geschichte einmal anders:
Peter und Mary lernen sich kennen. Beide haben keine Schulden. Schon in ihrer Lehre haben beide jeden Monat etwas Geld auf die Seite gelegt, um sich später einmal eine Zukunft aufbauen zu können.
Dabei haben sie zwar keine Unsummen angespart, aber jeden Monat wanderten 70 Euro auf ein Tagesgeldkonto bei einer Direktbank. Das verzinste sich gar nicht so schlecht. Nach der Ausbildung hatte jeder von ihnen ungefähr 2.650 Euro an Guthaben zusammen (36 Monate mit 3% Zins).
Durch zahlreiche Gespräche mit ihren Eltern wussten Peter und Mary um die Last, die von Krediten und Konsumschulden ausgeht. Mary hatte sogar schon während ihrer Ausbildung den kostenfreien Finanzplan-Newsletter abonniert, der jede Woche in ihrem E-Mail Postfach landete.
Als die beiden nun eine eigene Wohnung suchten, gingen sie bedächtig vor. Sie ließen sich Zeit bei Suchen. Sie übereilten nichts und nahmen nicht die erstbeste Wohnung. Insgesamt schauten sie sich sogar zehn verschiedene Wohnungen an und sammelten so viele Erfahrungen mit Vermietern. Mit der Zeit bekamen Peter und Mary einen richtig guten Marktüberblick und hatten schließlich noch etwas Glück.
Sie bekamen eine kleine 2-Zimmerwohnung mit 55 m2 von einer alten Dame angeboten, die froh war, wieder jemanden im Haus zu haben. Ihre eigenen Kinder waren längst erwachsen und die Vermieterin freute sich darauf, dass nun wieder etwas Leben ins Haus kam.
Weil Peter sich bereit erklärte, den Rasen zu mähen und Mary sich etwas um den Garten kümmerte, bekamen sie die Wohnung zu einem Freundschaftspreis von nur 350 Euro inkl. Nebenkosten.
Die Miete war also gut bezahlbar und nun ging es daran, die Wohnung einzurichten. Einen Kredit dafür aufzunehmen, kam für Peter und Mary auf keinen Fall in Frage. Schließlich wollten die beiden ja keine Banken reich machen, sondern lieber selbst einmal wohlhabend werden. Zins und Zinseszins zu bezahlen war also überhaupt nicht in ihrem Sinne und sie beschlossen, erst einmal zu schauen, was sie an Möbeln und Wohnungsausstattung von Freunden und Verwandten bekommen konnten.
Und da kam einiges zusammen. Ihre Eltern hatten eine alte Küchenzeile im Keller stehen, die Peter mit Freunden zusammen an einem Samstag in ihre Wohnung einbaute. Die Elektrogeräte waren noch gut in Schuss und lediglich ein paar Türgriffe mussten ausgetauscht werden. Die Kosten dafür betrugen gerade einmal 50 Euro für den Baumarkteinkauf und eine Kiste Bier für seine Freunde.
Den Wohnzimmerschrank bekamen sie von der Oma und das Bett bauten sie sich aus Europaletten zusammen. Neue Matratzen gab es in einem Schnäppchenmarkt für 100 Euro und dort fanden sie auch eine hübsche Erstausstattung an Handtüchern, Bettwäsche und so weiter für gerade einmal 150 Euro.
Der große Bruder von Mary stiftete seinen alten Fernseher, der bei ihm sowieso nur herumstand und die Vermieterin hatte auf dem Dachboden noch einen hübschen Esstisch und vier passende Stühle, die sie ihren beiden neuen Mietern schenkte. Mary kaufte etwas Lauge und Möbelöl und nach wenigen Tagen erstrahlten die alten Möbel in neuem Glanz.
Was jetzt noch fehlte war ein Sofa und beide beschlossen, in einem Secondhandladen zu schauen. Dort fanden sie ein Sofa, das noch völlig unbenutzt zu sein schien. Der Verkäufer erklärte ihnen, dass es sich um einen Fehlkauf eines gut situierten Kunden handelte, dem das Sofa einfach nicht gefallen hatte. Für 200 Euro wechselte das Sofa samt einem Sessel nun zu Peter und Mary, die überglücklich waren.
Alles in allem hatten Sie zwar ein bisschen arbeiten müssen, aber sie waren mit etwas weniger als 600 Euro ausgekommen. Klar war noch nicht alles da, aber sie hielten einfach weiter Ausschau nach dem, was noch fehlte. Sie waren sich sicher, dass sie nach und nach alles finden würden, was sie noch brauchten.
Als nächstes kam die Sache mit dem Auto. Sie brauchten eines, das war klar, aber auch hier kam für sie nur ein gebrauchtes in Frage, das sie bar bezahlen konnten. Immerhin hatten beide noch 4.700 Euro von ihrem ursprünglich Ersparten von 5.300 Euro übrig. Das sollte für einen Kleinwagen in guter Qualität ausreichen.
Die Suche nach dem Auto gestaltete sich allerdings aufwändiger als sie vermuteten. Sie brauchten sechs Wochen, in denen sie unzählige Telefonate mit Verkäufern führen.
Sie schauten immer wieder im Internet bei www.autoscout24.de nach und führten vor jedem Besichtigungstermin eine Bewertung des Fahrzeuges auf der Webseite www.schwacke.de durch. Das kostete zwar ein paar Euro, aber so konnten sie sicher sein, nicht zu viel zu bezahlen.
Letztendlich wurden ihre Mühe und ihr Einsatz belohnt und sie fanden einen guten Gebrauchten, der nur wenig Kilometer hatte und von dem auch Peters Freund, der Automechaniker war, sagte, dass der Wagen in Ordnung sei. Es war zwar kein Traumwagen, aber er sollte ausreichen:
Es war ein weißer Hyundai i10 1.1 Pure, mit 23.000 km, 1 ½ Jahre alt und einem leichten Heckschaden für 3.900 Euro. Peters Freund würde den Heckschaden für 500 Euro wieder in Ordnung bringen und so kostete das Auto insgesamt lediglich 4.400 Euro.
Das Auto hatte 67 PS und brauchte im Schnitt nur 5 Liter Benzin. Von außen stand es ansonsten klasse da und innen war es sehr gepflegt. Es hatte ABS, ein Radio, Servolenkung und Zentralverriegelung und mit seinem 1.000 Kubikmotor waren Versicherung und Steuer bezahlbar.
Was fehlte war die Klimaanlage, aber Peter und Mary konnten damit leben und trösteten sich damit, dass sie ja Zeit und Geld hatten, um sich ein neues Auto ansparen zu können. Schließlich war ja alles bis jetzt bar bezahlt worden und beiden stand jeweils ihr voller Zahltag zur Verfügung. (Anmerkung: Dieses Auto gab es tatsächlich im Internet, als dieses Buch entstand.)
Sie hatten also keinen einzigen Pflasterstein in ihrem Rucksack und schon gar keine Kiesel(zins)steine von Banken oder Konsumtempeln.
Sie freuten sich auf ihre gemeinsame Zukunft – und das zu Recht. Peter bekam nach wenigen Jahren durch schnelles Handeln einen klasse Posten mit einer saftigen Lohnerhöhung angeboten, die er gerne annahm und als sich Nachwuchs einstellte, wurde es zwar etwas enger, aber sie konnten alle Ausgaben bezahlen und sogar weiterhin Geld auf die Seite legen.
Sie hatten die Möglichkeit, sich in ihrer kleinen Wohnung Rücklagen für die eigenen vier Wände anzusparen und konnten sich auch immer kleine Auszeiten nehmen, in denen sie ins Kino gingen oder gemeinsam als Familie den Zoo und andere schöne Orte besuchten.
Diese Auszeiten taten ihnen als Familie sehr gut. So konnten sie neue Kraft und Energie tanken und wuchsen als Familie mit einer guten Stimmung und Zeit für Gespräche immer enger zusammen.
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Erstellt am: 24.08.2011

