Nutzen Sie technische Möglichkeiten sinnvoll. PC und Internet gehören dazu.
Als ich 1982 als junger Bursche in die Finanzwelt kam, gab es kein Internet, keine E-Mails und niemand konnte irgendwelche Produkte, Zinsen oder Vertragsbedingungen mit vertretbarem Aufwand vergleichen.
Das Internet hat vieles verändert. Auch die Finanzwelt. So ist es heute möglich, mit einem einzigen Mausklick die Tagesgeld- oder Baufinanzierungskonditionen von dutzenden Banken in Sekundenbruchteilen miteinander zu vergleichen. Früher musste man dafür tagelang von Bank zu Bank laufen. Wenn man Pech hatte, war das beste Angebot das einer Bank, die 100 km weit weg war. Das fand man dann nie heraus.
Ich war damals, wie alle meine früheren Kollegen auch, auf die Informationen angewiesen, die wir von der Firma bekamen, bei der wir beschäftigt waren. Diese Informationen waren natürlich stark gefiltert und so aufbereitet, dass sie uns als Beratern das gute Gefühl gaben, unseren Kunden stets das Richtige zu empfehlen.
Dass dies nicht so war, begann ich selbst erst zu merken, als ich mich so um 1992 herum mit dem Internet zu beschäftigen begann. Dabei kam mir zugute, dass ich eine regelrechte Leidenschaft für Computer entwickelte. Es machte mir Spaß, stundenlang nach Angeboten und unterschiedlichen Lösungsmöglichkeiten für Kundenprobleme zu suchen.
Ich weiß, dass das nur ganz Wenigen Freude bereitet, aber bei mir war es eben so und so fand ich schnell viele Quellen und Webseiten, auf denen ich mich mit den benötigten Informationen versorgen konnte.
Mein Fachwissen steigerte sich dadurch enorm. Ich lernte, dass hinter dem eigenen Tellerrand 360° an neuen Möglichkeiten lauerten. Endlich hatte ich das Gefühl, einen wirklich guten und ungefärbten Markteinblick zu bekommen. Dieses Gefühl ist bis heute geblieben. Das Internet ist tatsächlich eine ungeschminkte Plattform für Meinungsvielfalt aller Art.
Interessanterweise war der Computer noch für mehr nützlich. Es gab immer mehr Computerprogramme, mit denen man Zinsberechnungen oder Berechnungen für Baufinanzierungen durchführen konnte.
Als ich 1982 als Berater anfing, haben wir noch jede Baufinanzierung mit dem Taschenrechner von Hand durchgerechnet. Das übt zwar ungemein und man versteht dadurch sehr gut, was man da eigentlich berechnet. Trotz allem: es war zeitaufwändig und mühsam zugleich.
Mittlerweile gibt es wohl nichts, was man nicht in wenigen Minuten mit dem Computer durchrechnen kann. Es gibt gute Berechnungssoftware für fast alle Lebenslagen. Diese sollten Sie nutzen.
Um es ganz klar zu sagen: Es liegt in der Verantwortung des einzelnen Kunden, sich die Berechnungstools und Software zu besorgen, die er braucht. Wer sich auf die Berechnungen verlässt, die ihm von Banken oder Finanzvertrieben zur Verfügung gestellt werden, muss damit leben, dass diese Berechnungen immer im Sinne des Verkäufers durchgeführt werden.
Die Berechnungen sind deshalb nicht falsch, allerdings werden diese so dargestellt, wie der Verkäufer sein Produkt gerne zur Schau tragen möchte.
Daher mein dringender Rat an Sie: Nutzen Sie das Internet für eigene Recherchen und besorgen Sie sich die Berechnungsprogramme, die Sie benötigen. Rechnen Sie immer selbst nach, bevor Sie einen Finanzvertrag unterzeichnen.
Eine Auswahl an Programmen finden Sie auch auf der Webseite zu diesem Buch: http://www.mein-finanzbrief.de/wohlstand/
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Erstellt am: 24.08.2011

