Sonderangebote und Schnäppchen?
Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass es kaum noch Waren und
Dienstleistungen zu regulären Preisen gibt? Kaum ein Händler sagt zu
seinem Kunden: „Lieber Kunde, ich möchte ja, dass Sie bei uns Kunde
sind, aber das ist mein Preis, den habe ich so kalkuliert. Wenn ich
es günstiger machen würde, ginge das zu Lasten der Qualität und das
möchte ich nicht.“
Stattdessen werden Sonderangebote gestrickt auf „Teufel komm
heraus“. Eigentlich müsste ja schon klar sein, dass die meisten
Sonderangebote eine besondere Kalkulation bekommen haben. Das Motto
dabei ist: vorher 30 % auf den Preis aufrechnen um danach 25 %
abzuziehen. Oder die Ware wird (wie oft für Schlussverkäufe) extra
zu diesem Zweck und billigst produziert.
Wichtig ist also nun, mit diesen Sonderangeboten und Schnäppchen
richtig umzugehen, damit man sich nicht verrückt macht.
Deshalb gilt zunächst einmal:
- Kaufen Sie nie etwas, nur weil es im Sonderangebot ist!
- Kaufen Sie nichts auf Vorrat!
- Kaufen Sie heute nur das, was Sie heute wirklich brauchen!
Sie können sich auch vor dem Kauf noch fragen:
- Habe ich nicht bereits so etwas Ähnliches?
- Gäbe es auch eine günstigere Alternative?
- Was geschieht, wenn ich es einfach gar nicht kaufe?
- Könnte ich mir das Produkt auch bei jemandem ausleihen?
- Könnte ich es als Dienstleistung vergeben und mir dadurch die
Anschaffung einer Maschine
oder eines neuen Gerätes sparen?
Wenn Sie nach all diesen Überlegungen zu dem Schluss gekommen sind,
dass sich der Kauf nicht vermeiden lässt, dann kaufen Sie Qualität! Denn wenn das, was Sie gekauft haben, seinen Dienst nicht erfüllt,
dann müssen Sie es noch einmal kaufen und zwar das Qualitätsprodukt
und dadurch bezahlen Sie den doppelten Preis.
Es gibt den schönen Satz: Wir sind zu arm, um Schund zu kaufen. Wir
können uns nur Qualität leisten. Da ist wahrhaftig etwas dran.
Also noch einmal der Ablauf für alle Käufe, die Sie machen:
Brauchen Sie es wirklich ? (Dabei
helfen auch unsere Sparkarten: Hier klicken)
- wenn nein, vergessen Sie es, egal zu welchem Preis man es Ihnen
anbietet. Es steht
sowieso nur unbenutzt herum.
- wenn ja, kaufen Sie ein Qualitätsprodukt.
- wenn Sie ein Qualitätsprodukt gefunden haben, DANN vergleichen Sie
die Preise.
Preisvergleiche, aber wie?
Sie haben also ein Produkt herausgesucht, das Ihnen gefällt und das
auch qualitativ in Ordnung ist. Wie kommen Sie jetzt zu einem
günstigen Angebot?
Tipp: Eine gute Möglichkeit das passende Produkt zu finden, ist das
Internet und seine Datenbanken. Gute Erfahrungen habe ich mit der
Datenbank und den Testberichten der Stiftung Warentest gemacht. Zwar
sollte man auch dort nicht alles unbesehen glauben, aber es gibt
schon eine Menge Tipps, vor allem in Bereichen, in denen man sich
nicht so gut auskennt.
Bevor Sie einen Preisvergleich machen, überlegen Sie sich, ob es
Ihre Zeit wert ist. Es macht keinen Sinn, zwei Stunden zu suchen um
nachher 1,30 Euro einzusparen. Rechnen Sie sich den „Stundenlohn“
aus, den Sie brauchen und wenn der für Sie herauskommen kann, dann
legen Sie los.
Nun, was den Preis angeht, da fange ich meist im Internet an zu
suchen. Es gibt mittlerweile hervorragende Preisauskünfte und auch
schon Computerprogramme, die einem die Preisfindung erleichtern.
Meine zwei Tipps für Sie: Benutzen Sie die Finanzplan Internet
Toolbar für Ihre Preisvergleiche. Dort sind die 10 besten
Preisvergleiche immer aktuell, übersichtlich und kostenfrei
aufgeführt:
http://www.mein-finanzbrief.de/tunnel/toolbar.htm
Auch sehr gut ist das (ebenfalls kostenfreie) Programm von
http://www.preispiraten.de
das wir vom FinanzplanTeam auch selbst gerne verwenden.
Dabei ist es manchmal schon erstaunlich, wie Preise voneinander
abweichen können. Ein Beispiel war unsere Waschmaschine, die in 600
km Entfernung bestellt, geliefert und angeschlossen satte 30 %
billiger war, als beim Händler vor Ort. Und vergessen Sie den
Kundendienst, der kommt sowieso von der Firma des Herstellers und
nicht vom örtlichen Händler.
Oder der Drucker für den Computer, aber auch die Winterreifen, es
gibt fast nichts, was man nicht kurz vor dem Kauf durch diese
Preisvergleiche überprüfen lassen kann.
Vorsicht bei Preisagenturen, dort fallen unter Umständen hohe
Gebühren an. Die meine ich hier nicht. Ich meine freie
Preisvergleiche und Computerprogramme, die genau dieselben Produkte
miteinander im Preis vergleichen. Preisagenturen arbeiten nach einem
anderen Prinzip, darüber können Sie sich ja einmal auf
www.google.de
informieren.
Tipps für den Einkauf:
So, Sie haben jetzt die Gewissheit, dass Sie das von Ihnen
gewünschte Produkt wirklich brauchen, Sie haben sich bezüglich
Qualität informiert und ein oder zwei Geräte in die engere Auswahl
genommen. Danach haben Sie sich im Internet nach den Preisen
erkundigt und waren vielleicht auch schon auf der Webseite des
Herstellers um sich sozusagen beim Produzenten zu informieren.
Jetzt wäre mein nächster Gang zum örtlichen Händler. Zum einen, weil
ich am liebsten vor Ort kaufe, zum anderen denke ich auch, dass es
den Einzelhändlern (die meist einen klasse Service bieten) wirklich
zusteht, das Geschäft zu machen.
Für all Ihre Verhandlungen gilt nun:
- Bleiben Sie höflich und freundlich
- Seien Sie gut und angemessen gekleidet
- Sprechen Sie den Verkäufer mit seinem Namen an
- Verhandeln Sie mit dem Chef
- Kaufen Sie ohne Zeitdruck
- Seien Sie Stammkunde
- Bevorzugen Sie ruhige Tage und Stunden für Ihren Einkauf
- Sagen Sie klar was Sie möchten
- Den von Ihnen gewünschten Preis nicht voreilig nennen
- Bieten Sie Barzahlung an
- Wenn Sie weiter in diesem Laden einkaufen möchten, können Sie
diese weiteren Einkäufe
in Aussicht stellen
Wie gesagt, am liebsten kaufe ich beim örtlichen Händler. Aber der
Preis muss irgendwie realistisch sein. Wenn ich etwas im Internet
für 250 Euro bekomme und bei meinen Händler 270 Euro bezahlen muss,
würde ich es wahrscheinlich beim Händler vor Ort kaufen.
Dort haben
Sie und ich bessere Garantieleistungen und wir brauchen auch keine
Versandkosten zu bezahlen. Die Versandkosten müssen Sie übrigens bei
allen Bestellungen im Internet dazu rechen.
Wenn aber wie im Fall der Waschmaschine der Händler vor Ort 1.000
Euro verlangt und Sie im Internet für 690 Euro inklusive Versand und
Aufstellung geliefert wird, dann kann ich nur sagen: „Tut mir echt
Leid für den örtlichen Händler, aber wir als Kunden müssen unser
Geld ja auch irgendwie zusammen halten.“
Sie sehen also, es gibt wenig pauschale Regeln. Und das ist auch
richtig so. Wenn einkaufen so leicht wäre, würde es ja jeder richtig
machen. Aber ich denke, man kann es relativ schnell erlernen. Und
wer es kann, dessen Geld bleibt auf der Bank.
|