Jeder dritte Deutsche klagt über Gelenksprobleme, Rückenbeschwerden
und ähnliches. Dabei beginnen die Beschwerden auch schon bei jungen
Erwachsenen.
Wichtig erscheint ein ausreichendes Verständnis über den
Bewegungsapparat, sowie ein eigenes gutes Körpergefühl.
Gesundheit ist ein Zustand der am meisten geschätzt wird, wenn er
grade mal nicht besteht.
Ist Ihr Arbeitsplatz oder Ihr Betätigungsfeld für Sie anatomisch
angenehm gestaltet? Bewegen Sie sich körpergerecht?
Oft sind es ein paar einfache Kleinigkeiten, die Verbesserung
bringen. Das Sitzen am Schreibtisch belastet weniger, sowie Sie es
ein wenig abwechslungsreich gestalten. Ein Bildschirm lässt sich in
seiner Höhe variieren, notfalls mit einem Stapel Kopierpapier.
Telefonate lassen sich gelegentlich im Stehen führen. Eine Fußstütze
oder ein kleiner Fußschemel, ebenso im Handel erhältliche Keilkissen
für die Stuhlfläche fördern ein „aktiveres“ Sitzen.
Bei stehenden Tätigkeiten bringt ein niedriger Hocker Entlastung,
wenn abwechselnd Ihre Füße aufstellen.
Nicht jeder hat das Umfeld oder die Möglichkeit auf einem Sitzball
(Pallone), Swopper oder einem anatomischen Traum von Bürostuhl zu
sitzen.
Wechseln Sie eine faule Sitzhaltung bei der das Körpergewicht
rückwärts hinter dem Steißbein liegt zu einer Position davor. Die
finden Sie indem Sie das Becken wirklich senkrecht stellen und
eventuell nur die vordere Stuhlkante benutzen, wie früher in der
Grundschule als das Stuhlkippeln lang andauerndem Unterricht etwas
Abwechslung verschaffte. Sie spüren die beiden Sitzbeinhöcker und
stellen sich vor, sich in Richtung des Scheitels nach oben
aufzurichten (ohne ein Hohlkreuz auszubilden) !
So haben es auch die Bandscheiben leichter, gesund und gut versorgt
zu bleiben.
Schultern hängen lassen, bedeutet für die Nackenmuskeln
Dauerspannung. Es mag für den Ein- oder Andern ungewöhnlich klingen,
die eigenen Schultern zu tragen.
Versuchen Sie sich immer wieder selbst zu korrigieren. Eine gute
Position finden Sie, indem Sie Ihre Schultern nach hinten nehmen
(nicht Brust raus, kein Hohlkreuz erzeugen) und die Arme mal
kurzzeitig seitlich runterhängen lassen. Schaufenster und verglaste
Flure bieten eine gute Möglichkeit, seine Haltung zu überprüfen.
Gelenke werden spürbar entlastet, wenn wir der Schwerkraft aktiv
entgegen treten. Eine anatomisch „gute“ Haltung, bedeutet irgendwie,
dass „wir uns selbst halten“.
Mit ein wenig Eigenspannung reduzieren wir die Belastung für die
Gelenke.
Ebenso hilfreich ist ein Mindestmaß an Dehnung der Muskeln, Sehnen
und Bänder. Monotone Haltungen und Bewegungsabläufe schränken unsere
Beweglichkeit ein.
Nach dem Motto „alles zählt“, bewirken kleine veränderte
Bewegungsmuster und Angewohnheiten besseres Wohlbefinden.
Kleinste Übungssequenzen in den Alltag eingebaut benötigen keinen
Extra-Zeitaufwand. Beginnen können Sie morgens im Bad. Ein Bein auf
Dusch- oder Badewannenrand aufgesetzt um die hintere Beinmuskulatur
zu stretchen, stört beim Zähneputzen nicht wirklich.
Probieren Sie mal nach Kindermanier einen Teil Ihrer Fernsehzeit am
Abend bäuchlings liegend zu sehen.
Morgendliches klappmesserartiges Aufstehen sollte schon lange der
Vergangenheit angehören.
Rückenschonendes Aufstehen beginnt damit, sich auf die Seite zur
Bettkante hinzudrehen, die Beine anzuwinkeln und über eine Seite
mühelos zum Sitzen zu kommen.
Im Sitzen können auch Strümpfe etc. rückengerecht angezogen werden.
Kinder, die meist noch die natürlich besseren Bewegungsmuster haben,
setzen sich wann und wo es möglich ist z.B. zum Schuhe anziehen
einfach kurz auf den Boden.
Nachdem „alles zählt“ und „Kleinvieh auch Mist macht“ bringen kleine
oft mühelose Veränderungen auf Dauer ebenso eine gesteigerte
Vitalität, wie aufwendige und ausgeklügelte Maßnahmen, die im Alltag
zu wenig angewandt werden.
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