Tina und Stephan Kaiser: "Wer die 8 Grundgesetze des Wohlstands kennt und sich der FinanzPlan-Idee bedient, kommt einfach gut mit seinem Geld aus."

 
 

Dread Desease (Schwere Krankheiten Versicherung)

 



Entstehung und Herkunft dieser neuen Versicherungsform:

Das die erste Dread-Disease-Versicherung auf den Markt kam, ist noch gar nicht so lange her. 1983 wurde sie von Marius Barnard (einem Herzchirurg) entwickelt. Zunächst breitete sich diese neue Versicherungsform vor allem in den Vereinigten Staaten (USA) und Kanada aus. Dort ist sie unter dem Begriff "critical illness" sehr weit verbreitet.

In Deutschland ist sie erst seit Anfang der 90er Jahre zugelassen und wird bislang nur von wenigen Versicherungsgesellschaften angeboten. Wir als FinanzplanTeam rechnen allerdings damit, dass dieses Produkt künftig von immer mehr Gesellschaften angeboten wird. Bislang gibt es auch keine einheitlichen Tarife, das bedeutet, die Leistungen der einzelnen Versicherungspolicen unterscheiden sich enorm!



Was kann man mit dieser Versicherungsform versichern?

Die deutsche Bezeichnung Schwere-Krankheiten-Vorsorge ist insofern etwas irreführend, da bei dieser Versicherung nicht nur Krankheiten im eigentlichen Sinne (wie z. B. schwere Formen von Krebs, Multiple Sklerose, Lebererkrankungen, Lungenerkrankungen, Parkinson-Krankheit, Arthritis, etc.) versichert sind, sondern auch andere Vorkommnisse wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Folgen schwerer Unfälle in der Deckung einer solchen Police enthalten sein können.

Welche Risiken abgesichert sind, hängt konkret vom jeweiligen Tarif ab. Die Anzahl, die Art und versicherungsrelevante Definition der versicherten Risiken variiert demnach und ist von Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich. Manche Tarife enthalten beispielsweise lediglich 5 Krankheitsbilder, andere wiederum sichern nahezu 50 Krankheitsbilder ab.

Hier finden Sie eine Auflistung von Krankheiten und Vorkommnissen, deren finanzielle Folgen über eine Dread Desease Versicherung abgedeckt werden können. Diese Aufstellung ist nur beispielhaft, es werden wie schon erwähnt, unserer Meinung nach, in naher Zukunft immer mehr Tarife auf den Markt kommen. Aber das können Sie mit solch einem Vertrag beispielsweise absichern:

- Herzinfarkt
- Schlaganfall
- Krebs
- Bypass-Operation der Herzkranzgefäße
- Angioplastie am Herzen
- Aortenplastik
- Herzklappenoperation
- Erkrankung des Herzmuskels
- Transplantation von Hauptorganen
- Nierenversagen
- Fortgeschrittene Lebererkrankung
- Fortgeschrittene Lungenerkrankung
- Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung
- Querschnittslähmung
- Kinderlähmung
- Funktionsverlust von Gliedmaßen
- Multiple Sklerose
- Muskeldystrophie
- Motoneuronerkrankung
- Schwere rheumatoide Arthritis
- Abhängigkeit von einer dritten Person
- Gutartiger Hirntumor
- Bakterielle Meningitis
- Fortgeschrittene Alzheimer Krankheit (vor Alter 65)
- Enzephalitis
- Fortgeschrittene Parkinson’sche Krankheit
- Schwere Kopfverletzung
- Koma
- Schwere Verbrennungen
- Taubheit
- Blindheit
- Sprachverlust
- Systemischer Lupus erythematodes
- HIV-Infektion durch Bluttransfusion
- HIV-Infektion als Folge bestimmter beruflicher Tätigkeiten
- Aplastische Anämie
- Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
- Knochenmarkstransplantation
- Asbestose
- Erkrankungen des zentralen Nervensystems
- Schwerer Unfall



Gut und was bezahlt so eine Dread Desease Versicherung dann, wenn der Versicherungsfall eintritt?

Die Dread Disease Versicherung ist eine Personenversicherung. Das bedeuet, die Versicherungssumme wird bei Eintritt von (bei Vertragsabschluß fest definierten) schweren Krankheiten und Vorkommnissen ausgezahlt wird. Die Höhe der Auszahlung legen Sie bei Vertragsabschluß fest. Wenn Sie die Versicherung beispielsweise über 100.000 Euro abschließen, wird diese Summe im Versicherungsfall an Sie ausbezahlt.

Im Gegensatz zu einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung wird also keine monatliche Rente ausgezahlt. Sie erhalten in der Regel die vereinbarte Versicherungssumme einmalig nach der Diagnosestellung, unabhängig davon, ob Ihre Arbeitskraftauf Dauer eingeschränkt ist oder nicht.


Die Tarife und der Beitrag hängen von diesen Faktoren ab:

Die verschiedenen Tarife der Versicherungen unterscheiden sich in der Anzahl der versicherten Krankheitsbilder, in den Leistungen (bspw. Mitversicherung von Kindern, Versicherung einer zweiten Person, Nachversicherungsgarantien, weltweiter Versicherungsschutz, Zusatzoptionen, lebenslanger Versicherungsschutz), den Beiträgen und natürlich in den Bedingungswerken (wie beispielsweise Karenzzeiten, Wartezeiten, Dynamik).

Weiterhin unterscheiden sich die Tarife insofern, als dass einige Anbieter diese Verträge als reine Risikoabsicherung anbieten, während andere diese mit einer (meist investmentgebundenen) Überschussverwendung mit Schlusszahlung ausstatten.

Daher an dieser Stelle unser Rat: Schließen Sie eine Dread Desease Versicherung immer nur als reine Risikoversicherung ab und mischen Sie (genauso wie bei einer Lebensversicherung) auch hier nicht den Kapitalaufbau mit der Absicherung!



Für wen kommt eine solche Versicherung in Frage?

Bislang zielt die Werbung für diese Vertragsart in Richtung der Selbstständigen und Freiberufler. Wir meinen aber, dass sich eine solche Versicherung grundsätzlich für jede(n) eignet, der seine Arbeitskraft absichern muss oder möchte.

Warum sind wir dieser Meinung? Nun, wer schwer erkrankt, braucht immer kurzfristig (und meist sehr viel) Geld. Mit diesem Geld wird der Verdienstausfall abgefedert und es werden die Krankheitskosten bezahlt, die die Krankenversicherungen nicht übernehmen. Wieder gesund zu werden, wird in Deutschland (leider) immer mehr eine Sache des Geld habens!

Wer dann auf sein Erspartes oder gar auf seine Gelder für die Altersvorsorge zurückgreifen muss, bringt sich um sein finanzielles Polster. Das ist oft nicht wieder anzusparen und reißt tiefe Löcher in den eigenen Finanzhaushalt. Wer gar einen Kredit aufnehmen muss, wird schnell merken, dass die Banken einem kranken Menschen meist gar keine Kredite mehr einräumen, weil sie um die Rückzahlung fürchten...

Fakt ist auch, dass in solchen Lebenssituationen die körperliche und nervliche Belastung für die Angehörigen steigt. Bedenken Sie bitte, dass durch eine schwere Krankheit das Gehalt des Hauptverdieners stark reduziert ist oder (bei Freiberuflern und Selbstständigen) sogar ganz ausbleiben kann. Dazu kommt, dass man als Folge einer schweren Erkrankung in vielen Fällen das eigene Haus oder die eigene Wohnung behindertengerecht umgestalten muss. Auch das sind Mehrkosten, die man nicht mal so eben aus der Portokasse bezahlt.

Wir raten Ihnen daher, sich zumindest einmal ein Angebot machen zu lassen. Die Webadressen finden Sie im FinanzPlan GeldSparKurs.



Kann man die Beiträge absetzen? Und wie ist das sonst steuerlich geregelt?

Die Beiträge können als Vorsorgeaufwendungen steuerlich abgesetzt werden, sofern Ihre Höchstbeiträge nicht bereits ausgeschöpft sind. Die Auszahlung der Versicherungssumme ist in Deutschland für Privatpersonen in der Regel steuerfrei.

Wenn Firmen eine solche Versicherung für einen (meist wichtigen) Arbeitnehmer abschließen, gelten solche Versicherungsleistungen in der Regel als Betriebseinnahmen. Die Beiträge können damit aber normalerweise als Betriebsausgaben abgesetzt werden. ACHTUNG: Fragen Sie aber bitte in jedem Fall Ihren steuerlichen Berater, die Verträge sind noch neu und die Steuergesetzgebung ändert sich laufend. Wir sind keine Steuerberater und geben hier nur unsere Meinung wieder!



Was bemängeln Kritiker an der Dread Desease Versicherung?

Die Kritik beschränkt sich eigentlich auf einen einzigen Punkt: Man soll die Dread Desease Versicherung nicht als Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, da manche Krankheiten, die häufig zu einer Berufsunfähigkeit führen (wie Erkrankungen von Rücken und Gelenken, Venen und Arterien), nicht mitversichert sind.

Meinung des FinanzplanTeams: Unsere Einschätzung der Berufsunfähigkeit kennen Sie ja bereits aus dem vorangegangenen Kapitel. Natürlich stimmt diese Kritik, die Frage ist immer nur, ob man sich wirklich gegen alles versichern muss (und kann).

Wir meinen daher, dass die günstigen Beiträge doch bereits eine Menge an Absicherung bietet und letztendlich kann man ja nicht sein gesamtes Geld Monat für Monat an Versicherungen überweisen, um gegen alles versichert zu sein.



Was spricht sonst noch für eine Dread Desease Versicherung?

Ein Vorteil der Dread-Disease-Versicherung kann sein, dass die Prüfung des Leistungsfalls möglicherweise einfacher und nicht so zeitaufwendig ist, wie bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung zieht sich die Feststellung des Prozenzsatzes ja oft über Jahre hin und bis die ersten Gelder fließen ist man manchmal oft schon lange pleite...

Dann noch folgende Überlegung: Das Risiko berufsunfähig zu werden ist für Ärzte, Apotheker, Referenten oder bei Menschen die Bürotätigkeiten ausüben (z.B. Bankkaufleute, Kundenberater, Sachbearbeiter, Buchhalter, Informatiker usw) zwar auch vorhanden, aber verglichen mit körperlich tätigen Berufen (wie z.B. Möbelpacker, Fliesenleger, Dachdecker, Gerüstbauer) eher als gering einzustufen.

Die Wahrscheinlichkeit, eine schwere Krankheit zu erleiden, hängt jedoch im allgemeinen nicht vom Beruf ab, den man ausübt. Zudem sind, dank des medizinischen Fortschritts, viele Erkrankungen inzwischen vollständig heilbar oder können zumindest weitestgehend unter Kontrolle gehalten werden. Die Konsequenz daraus ist, dass eine Leistung aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung - wenn überhaupt -, dann nur zeitlich begrenzt gezahlt wird.

Ein Architekt, der einen Herzinfarkt erleidet, wird beispielsweise - abhängig von der Schwere des Infarktes - zwischen 6 und 24 Monate Leistungen aus einer BU-Versicherung erhalten. Sobald er allerdings seinen Beruf wieder ohne gesundheitliche und finanzielle Einbußen ausüben kann, wird die BU-Leistung eingestellt werden. Meist führt die überwiegende Zahl der Erst-Infarkte nicht zu einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit.

Aus einer Dread Disease Versicherung erhalten Sie als Versicherungsnehmer jedoch trotzdem eine Einmalzahlung in der bei Abschluß vereinbarten Höhe und können somit ggf. Rehabilitationseinrichtung nutzen, Herzspezialisten aufsuchen, Kredite tilgen oder kostspielige Umbauten in der Wohnung vornehmen. Außerdem ermöglicht Ihnen das finanzielle Polster, beruflich etwas kürzer zu treten. Und das kann entscheidend für den Heilungsprozess sein!

Im Gegensatz zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung wird bei einer Dread Disease Versicherung eine fest vereinbarte Versicherungssumme einmalig nach Diagnosestellung gezahlt und nicht erst bei Feststellung bleibender Schäden. Dadurch erhält man trotz (ggf. schwerer) gesundheitlicher Einschränkungen ausreichenden finanziellen Handlungsspielraum.



Fazit des FinanzplanTeams:

Die Dread Disease Versicherung sollte nicht als vollständiger Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsabsicherung angesehen werden. Da diese beiden Formen der Arbeitskraftabsicherung unterschiedliche Bereiche abdecken, sollte die Dread Desease Versicherung im Einzelfall entweder als sinnvolle Ergänzung zur Berufsunfähigkeitsabsicherung betrachtet werden, oder (wenn die Prämien für einen ausreichenden Schutz durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung einfach zu hoch sind), als günstige und bezahlbare Notlösung angesehen werden, welche die meisten Risiken abdeckt. Wer seine Arbeitskraft optimal absichern möchte, liegt mit der Kombination dieser beiden Versicherungen richtig.

Ansonsten gilt: Uns gefällt dieses klare Absicherungskonzept der Dread Desease Versicherung. Dadurch sollte es im Leistungsfall nicht zu den sonst üblichen Streitereien mit der Versicherung kommen. Die wirklich großen gesundheitlichen Risiken sind allemal abgedeckt und die Prämien sind in den meisten Fällen bezahlbar.

Zusatztipp: Achten Sie bitte unbedingt darauf, dass der Vertrag so lange läuft, wie Sie ihn wirklich benötigen. Mit 30 Jahren einen Vertrag abzuschließen, der lediglich bis zum 50. Geburtstag läuft macht wenig Sinn. Deshalb gilt, auch wenn die Beiträge dadurch höher sind: Wählen Sie eine Laufzeit, die Sie während Ihrer gesamten Erwerbsphase absichert. Das dürfte in den meisten Fällen also das 65. oder 67. Lebensjahr sein.



 




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