Offene Immobilienfonds nehmen keine Anteile zurück
Bisher galten offene Immobilienfonds als relativ solide Geldanlage. Im Gegensatz zu geschlossenen Immobilienfonds nehmen offene Immobilienfonds ständig neues Kapital gegen die Ausgabe von Anteilsscheinen auf. Die Gelder werden zum größten Teil in geschäftlich genutzte Immobilien, wie Büros und Hotels, und der Rest in schnell verfügbare sichere Zinsanlagen investiert, um jederzeit Anteile zurücknehmen zu können. Offene Immobilienfonds leben hauptsächlich von den Mieteinnahmen der von ihnen verwalteten Immobilien.
Private Anleger nutzen diese Fonds eher als längerfristige Anlage, so dass im Normalfall das Geld in den Zinsanlagen ausreicht, die Anleger auszuzahlen, die ihre Anteile zurückgeben wollen.
Problematisch wird es dann, wenn viele Anleger gleichzeitig ihre Anteile verkaufen wollen und wenn es sich dabei auch um professionelle Investoren, wie Vermögensverwalter oder Dachfonds handelt, die Millionenbeträge nur kurzfristig parken und dann auf einen Schlag wieder abziehen. In dem Fall reicht das liquide Fondsvermögen nicht aus, alle Anteile zurück zu kaufen, denn die meisten Gelder sind in Immobilien gebunden, die nicht von heute auf morgen zu einem angemessenen Preis verkauft werden können.
Kann der Fonds nichts mehr auszahlen, wird er vorübergehend geschlossen. Davon sind seit Oktober 2008 elf offene Immobilienfonds betroffen, darunter die Fonds DEGI Europa, KanAm Grundinvest, US-Grundinvest, AXA Immoselekt und DJE Real Estate. Das Vermögen dieser Fonds wurde eingefroren, sie wirtschaften jedoch weiter und nehmen auch Mieten ein.
Einige dieser Fonds sind inzwischen wieder geöffnet, bei anderen werden die Schließungen erst dann wieder aufgehoben, wenn ausreichend flüssige Mittel vorhanden sind. Dazu müssen neue Anteile ausgegeben oder gegebenenfalls Immobilien verkauft werden. Das kann bis zu zwei Jahre dauern.
Laut Finanztest vom Mai 2009 erzielten die betroffenen Fonds trotz alledem auf Jahressicht durchweg positive Ergebnisse. Anleger sollten daher ihre Anteile behalten, wenn sie nur einen kleinen Teil ihres Vermögens darin investiert haben. Aufgrund der düsteren Konjunkturaussichten müssen sie sich zukünftig jedoch auf weniger Rendite einstellen, auch Verluste sind nicht ausgeschlossen.
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Erstellt am: 13.07.2009
