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Die Möglichkeiten, sein hart erarbeitetes Geld
wieder los zu werden, sind vielfältig. Meist gibt man es einfach wieder aus, um
den Lebensunterhalt zu bestreiten oder sich den einen oder anderen Wunsch zu
erfüllen.
Dann weiß man aber auch, wo das Geld geblieben ist...
Ganz anders sieht es aus, wenn Sie Ihr Geld dubiosen Anlagebetrügern geben, die
es in noch dubiosere Kapitalanlagen legen. Dann sind Sie es auch meist los und
wissen nicht einmal, wo es wirklich geblieben ist. Sie denken jetzt vielleicht,
das kann mir nicht passieren. Doch die Realität sieht ganz anders aus.
Jahr für Jahr verlieren gutgläubige Anleger Milliarden von Euro durch dubiose
Kapitalanlagen auf dem Grauen Kapitalmarkt.
Diese werden nicht von Banken, Versicherungen oder Fondsgesellschaften
angeboten, sondern von psychologisch und rhetorisch sehr gut geschulten
„Beratern“ (Vermittlern von Finanzdienstleistungs- oder
Vermögensverwaltungsunternehmen), die noch dazu äußerst geschickt vorgehen.
Wer Geld anlegen will, hat meist Träume, die er sich so schnell wie möglich
erfüllen möchte. Wenn der Berater den Anleger dann mit Worten und Bildern
überzeugt, dass sich seine Träume in kürzester Zeit erfüllen könnten, wenn er
diese Kapitalanlage zeichnet, dann sind leider viele Anleger sehr empfänglich
dafür, denn wer wünscht sich nicht Wohlstand in kürzester Zeit.
Das Lockmittel sind meist überdurchschnittlich hohe Renditen und kräftige
Steuervorteile.
Zu den Anlageprodukten, die zum so genannten Grauen Kapitalmarkt zählen,
gehören betrügerische Bankgarantiegeschäfte, verlustreiche Termingeschäfte,
stille Beteiligungen, unrentable geschlossene Immobilienfonds und auch so
genannte „Schneeballsysteme“. Die Auswahl ist groß, das Ergebnis leider oft das
gleiche, das Geld der Anleger ist in wenigen Jahren weg.
Als Grauer Kapitalmarkt wird der Geldanlagemarkt bezeichnet, der nicht durch
Rechtsvorschriften und Behörden geregelt und auch nicht überwacht bzw.
kontrolliert wird. Investoren jeglicher Art sammeln auf diesem Wege Gelder ein,
die dann in Projekte fließen, die oft nicht einmal ausreichend beschrieben
werden, dafür aber angeblich traumhafte Renditen erwirtschaften sollen.
Anlagebetrüger arbeiten im Grunde genommen immer mit den gleichen Methoden. Der
Kontakt erfolgt über einen unerlaubten und unaufgeforderten Anruf auf Empfehlung
eines Verwandten oder Bekannten.
Auch so genannte Strukturvertriebe arbeiten gern mit persönlichen Empfehlungen.
In der Regel vermitteln diese eher Versicherungen und Bausparverträge, doch im
Hinblick auf das Risiko Altersarmut greifen sie auch auf derartige
Kapitalanlageprodukte zurück, da sich damit auch immer gut verdienen lässt.
Die Beratung erfolgt dann meist im häuslichen Umfeld. Der Berater klärt, wenn
überhaupt, nur unzureichend auf und ist bestrebt, einen schnellen Abschluss zu
machen. Mittels Zeitdruck wird er versuchen, eine Bedenkzeit dem Anleger
auszureden. Er verspricht eine außergewöhnlich hohe Rendite bei nur geringem
Risiko. Vielleicht wird auch noch ein Hochglanzprospekt ausgehändigt, der jedoch
oft nicht umfassend über das jeweilige Investment Auskunft gibt und auch die
Kosten nicht klar darstellt.
Bei geschlossenen Fonds versprechen Vermittler neben der hohen Rendite auch
gern, dass es jederzeit eine Ausstiegsmöglichkeit gibt, bei der man mindestens
das eingezahlte Kapital zurück erhält.
Das ist schlicht falsch, denn wenn überhaupt, kann man Fondsanteile an
geschlossenen Fonds nur mit teils erheblichen Verlusten über den so genannten
Zweitmarkt für Fondsbeteiligungen, der erst im Aufbau ist, veräußern.
Zudem gibt es beim geschlossenen Fonds noch ein weiteres gravierendes Risiko.
Eine Beteiligung erfolgt meist als stiller Gesellschafter oder Kommanditist und
das heißt, man wird Mitunternehmer und trägt das volle Unternehmensrisiko, ohne
Einfluss auf die Geschäftspolitik nehmen zu können. Kommt es zur Insolvenz des
Unternehmens, ist Ihr Anteil meist komplett verloren. Beispiele dafür gab es in
den letzten Jahren mehr als genug.
Wird Ihnen ein solches Anlageangebot empfohlen, dann sollten bei Ihnen sofort
die Alarmglocken läuten.
Die Aussicht auf Renditen, die weit über den marktüblichen Zinsen, z.B. von
Banken, garantiert werden, hört sich sicher im ersten Moment toll an. Doch
sollten Sie sich sofort die Frage stellen, wie das Anlageunternehmen denn diese
Rendite ohne Risiko erwirtschaften will. Manchmal reicht dann schon der gesunde
Menschenverstand, um auf den zweiten Blick zu erkennen, dass dies gar nicht
möglich ist.
Tipp des FinanzplanTeams:
Investieren Sie niemals in Produkte, die Sie nicht 100-prozentig verstehen,
dann werden Sie auch nicht auf solche Anlagen hereinfallen. Die Verantwortung
dafür liegt bei jedem selbst.
(Stand 11/2008)
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