Tina und Stephan Kaiser: "Wer die 8 Grundgesetze des Wohlstands kennt und sich der FinanzPlan-Idee bedient, kommt einfach gut mit seinem Geld aus."

 

Gesundheitsfonds ab 01.01.2009



Was genau ist der Gesundheitsfonds und warum wird er eingeführt? Welche Vor- und Nachteile entstehen den Versicherten?

Die Einführung dieses Fonds wirft viele Fragen auf, die wichtigsten haben wir für Sie geklärt.

Vor gut einem Jahr wurde das Gesetz zur Einführung des Gesundheitsfonds verabschiedet, zum 01.01.2009 wird er nun eingeführt. Grund dafür ist eine Neugestaltung der Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen.

Bislang finanzieren sich die gesetzlichen Krankenkassen ausschließlich von dem Beitrag, den Ihre Mitglieder zahlen. Den zu zahlenden Beitragssatz darf jede Krankenkasse eigenständig festlegen.

Der gesamte Beitrag wird je zur Hälfte vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen. Zusätzlich zahlt jeder Arbeitnehmer einen Sonderbeitrag von 0,9 Prozent seines Bruttoverdienstes für Zahnersatz und Krankengeld.

Der Arbeitgeber ist für den Beitragseinzug zuständig und überweist diesen an die jeweilige Krankenkasse. Alle Leistungen, die die Mitglieder der Krankenkasse in Anspruch nehmen, werden davon gedeckt. Reichen die Einnahmen nicht mehr aus, alle Leistungen zu begleichen, kann die Krankenkasse den Beitragssatz erhöhen. Davon wurde gerade in den letzten Jahren auch reichlich Gebrauch gemacht.

So manch eine Krankenkasse konnte trotz höchstem Beitragssatz doch nicht alle Leistungen der Mitglieder finanzieren. Das sind vorwiegend die Krankenkassen, wie AOK, DAK usw., die einen großen Anteil an älteren und krankheitsanfälligeren Mitgliedern haben, die viele Leistungen beanspruchen und damit höhere Verwaltungskosten verursachen.

Im Gegensatz dazu haben vor allem Betriebskrankenkassen überwiegend junge, gesunde und teilweise gut verdienende Mitglieder, die relativ wenig Leistung beanspruchen und damit auch nur geringe Kosten verursachen.

Diese Ungleichgewichte wurden seit 1994 durch den so genannten Risikostrukturvergleich (RSA) ausgeglichen. Das heißt, zu den normalen Beitragseinnahmen bekamen die Krankenkassen mit überwiegend älteren und kranken Mitgliedern eine finanzielle Unterstützung von den Krankenkassen, denen es finanziell besser ging. Das sollte den Wettbewerb zwischen den Kassen gerechter machen.

Mit der Einführung des Gesundheitsfonds zum 01.01.2009 gilt für alle Versicherten, egal welcher Krankenkasse, ein einheitlicher Beitragssatz, so wie bereits heute in der gesetzlichen Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

Dieser wurde von der Bundesregierung per Gesetz festgelegt. Er beträgt 15,5 Prozent.
 
Was genau ist der Gesundheitsfonds?

Stellen Sie sich ganz einfach eine Art Geldsammelstelle vor. Der Gesundheitsfonds sammelt das Geld (Beitragseinnahmen) von allen Krankenkassen ein und gibt es anschließend nach ganz bestimmten Kriterien wieder aus.

Zusätzlich fließen auch mehr und mehr Bundessteuergelder in diesen Fonds. Die einzelnen Krankenkassen erhalten für jedes ihrer Mitglieder einen einheitlichen Pauschalbetrag sowie ergänzende Zu- und Abschläge, je nach Alter, Geschlecht und Krankheitshäufigkeit. Das wird dazu führen, dass die Krankenkassen, die sehr viel ältere und krankheitsanfällige Mitglieder haben, mehr finanzielle Mittel aus diesem Fonds erhalten, als Kassen mit vorwiegend jungen und gesunden Mitgliedern.

Welche Vor- und Nachteile sind damit verbunden?

Für viele Mitglieder einer heute günstigen Krankenkasse, mit einem Beitragssatz zwischen 12 und 14 Prozent, bedeutet die Einführung eines einheitlichen Beitragssatzes um die 15,5 Prozent erst einmal ein erheblicher Nachteil, denn Sie werden ab 2009 wesentlich mehr Beitrag zahlen müssen, je nach Höhe Ihres Einkommens.

Kommt eine Krankenkasse zukünftig mit ihren zur Verfügung stehenden Mittel nicht aus, dann darf sie noch einen Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern erheben, der jedoch maximal 1 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens des Versicherten betragen darf. In dem Fall steht den Mitgliedern ein Sonderkündigungsrecht zu.

Für Sie als Versicherter lohnt sich ein Wechsel der Krankenkasse auch weiterhin, denn die Krankenkassen, die zukünftig gut wirtschaften, können Geld an ihre Versicherten zurückzahlen. Damit reduziert sich dann nachträglich Ihr Beitrag.

(Stand 11/2008)
 



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