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Garantiezertifikate
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Garantiezertifikate gehören zur Gruppe der
Finanzinnovationen und sind gerade in Zeiten unsicherer Aktienmärkte der Renner.
Nach der Devise „Sicherheit ist Trumpf“ werden, laut Anbieter, Verluste begrenzt
oder sogar vollständig ausgeschlossen.
Für die überwiegend sicherheitsorientierten Deutschen ein verlockendes Angebot,
an Kursgewinnen teilzuhaben, ohne das eingesetzte Kapital vollständig zu
verlieren.
Doch schaut man genauer hin, ergeben sich doch einige Nachteile für den
Anleger.
Wie funktioniert ein Garantiezertifikat?
In der Regel gibt es eine feste Laufzeit von 5-7 Jahren. Damit die Bank am Ende
der Laufzeit Ihr eingesetztes Kapital auch garantiert zurückzahlen kann, erwirbt
sie für den überwiegenden Teil Ihres Kapitals eine Nullkuponanleihe (Zerobond),
aus der am Ende der Laufzeit wieder das komplette Kapital zur Verfügung steht.
Das restliche Kapital wird dann spekulativ eingesetzt, um einen entsprechenden
Ertrag zu erreichen.
Der Basiswert ist entweder eine Aktie oder auch ein Index. Wenn es an der Börse
aufwärts geht, führt das auch beim Zertifikat zu einem Gewinn. Bei einem
Kursverlust schützt die eingebaute Garantie.
Diese Sicherheit hat jedoch Ihren Preis. Die Gebühren sind höher, die Rendite
ist geringer und oft fließen die Dividenden dem Herausgeber zu.
Die Kapitalgarantie gilt auch nur am Ende der Laufzeit. Wollen oder müssen Sie
Ihr Garantiezertifikat vor Ablauf verkaufen, weil Sie das Geld dringend
anderweitig benötigen, ist auch ein Verlust möglich.
Nicht alle Banken garantieren den vollständigen Kapitalerhalt, sondern meist nur
80 bis 95 Prozent der angelegten Summe. Auch ein Ausgabeaufschlag fällt hier an,
der in jedem Fall weg ist.
Egal, wie lange Sie Ihr Garantiezertifikat halten, alle Zinsen und Erträge
darauf müssen Sie mit Ihrem individuellen Steuersatz (ab 2009 mit 25 Prozent
Abgeltungssteuer) versteuern, liegt der Ertrag über dem Freibetrag.
Nach den jüngsten Ereignissen in der amerikanischen Bankenkrise und der
ersten Insolvenz einer amerikanischen Bank besteht bei einem Garantiezertifikat
noch ein ganz anderes Risiko.
Wird der Emittent, sprich der Herausgeber eines Zertifikats, zahlungsunfähig,
nützt Ihnen auch die Garantie bei Ihrem Zertifikat nichts mehr. Während Aktien-
und Fondsanlagen als Sondervermögen zählen und bei Insolvenz einer Bank
geschützt sind, ist das Zertifikat einer insolventen Bank dann wertlos.
(Stand 09/2008)
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