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Dieses Buch entstand, als wir unseren Leserinnen und Lesern unseres
Finanzplan-Newsletters folgende Bitte vorgetragen hatten: Schreiben Sie uns doch bitte einmal, was Sie Menschen in Geldfragen raten würden, also beispielsweise: Was würden Sie bei Finanzdingen anders machen, wenn Sie nochmal 20 Jahre jung wären? Welche positiven oder negativen Erfahrungen haben Sie mit Finanzinstituten gemacht? Wobei haben Sie (viel) Geld verloren? Wovon raten Sie anderen Menschen dringend ab? Aber auch: Was war bisher Ihre allerbeste, finanzielle Entscheidung in Ihrem Leben? |
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P.S. Das Buch 'Finanzgeschichten' enthält einen Gutschein für die Finanzplan Demo-CD im Wert von 12,00 Euro. |
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Hier finden Sie eine Leseprobe aus dem Buch 'Finanzgeschichten': |
Ich bin Dipl. Finanzwirt und Oberamtsrat im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Referat Zusätzliche Altersvorsorge;
Vorstandsmitglied im Verein zur Förderung der Investmentidee in Deutschland e.V.;
Mitglied im Verein zur Förderung des Sustainability Gedankens e.V.;
Mitglied bei Geld und Verbraucher, Interessenvereinigung der Versicherten, Sparer und Kapitalanleger e.V. (GVI),
Mitglied im Verein Riestern mit Hartz IV + Kind e.V.
Seit Jahren bin ich bemüht, den Menschen die Themen Vermögensbildung und Altersvorsorge näher zu bringen. Dabei liegen mir insbesondere Schüler und Jugendlichen am Herzen.
Ich bin inhaltlich verantwortlich für die bundesweite Initiative der Bundesregierung "Altersvorsorge macht Schule". Ich bin verheiratet und Vater von 3 Kindern und 49 Jahre alt.
Nicht nur privat, auch beruflich habe ich über all die Jahre einschlägige Erfahrungen mit der Finanzdienstleistungsbranche gemacht.
Zunächst möchte ich als ehemaliger Finanzbeamter, zuständig für Bauherrengemeinschaften und Verlustzuweisungsgesellschaften, ein paar Worte verlieren.
Im Ausland werden wir Deutschen ja oftmals wegen unserer Steuersparwut belächelt.
Leider stand und steht für viele Deutsche die Steuerersparnis immer noch ganz oben auf der Liste der Gründe für ein Investment.
Waren es in den Achtzigern die Bauherrengemeinschaften und Verlustzuweisungsgesellschaften, Ende 2004 der Wegfall der Steuerfreiheit bei den Lebensversicherungen oder aktuell die Abgeltungsteuer, der Deutsche ändert sich anscheinend nie, der Steuersparwahn schwebt immer über ihm.
Immer noch wird viel zu oft nach dem Motto investiert: „Was interessiert mich die Rendite, Hauptsache Steuern gespart!“
Der Steuerrechtler Franz Salditt soll seinerzeit sogar einmal gesagt haben: „Steuern sparen ist die Erotik des Alters; es laufen allerdings schon zu viele Triebgeschädigte herum.“
Der jetzige CSU-Vorsitzende und damalige bayerische Finanzminister Erwin Huber hat sogar noch einen drauf gesetzt: „Der Steuerspartrieb der Deutschen ist stärker als der Sexualtrieb.“
Nun, diesbezüglich habe ich keine Untersuchungen angestellt. Festzuhalten aber bleibt: Das Produkt muss stimmen; die eventuelle Steuerersparnis darf immer nur das Sahnehäubchen obendrauf sein.
Allerdings muss bei einem Vergleich verschiedener Produkte selbstverständlich auch dessen steuerliche Behandlung mit einbezogen werden.
Wichtig ist bei der Betrachtung der Produkte die individuelle Nachsteuerrendite. Denn wie sagte schon unser Altaltkanzler: „Wichtig ist, was hinten rauskommt!“ Dies sollte man auch im Hinblick auf die immer wieder aufkeimende Kostendiskussion bedenken.
Einen weiteren Punkt, den ich selbst sehr oft erlebt habe und der auch in diversen Fernsehsendungen zum Vorschein kommt: Viele Erwachsene können nicht mit Geld umgehen.
Deshalb gehört dieses Thema unbedingt in den Lehrplan der Schulen; denn viele Eltern können ihren Kindern nicht beibringen, mit Geld umzugehen, weil sie es selbst nicht beherrschen.
Für viele ist es ein Bestreben, ihr Girokonto auf Null zu bringen, allerdings am Monatsanfang, um dann wieder den Dispo-Kredit in Anspruch nehmen zu können.
Das kann und darf es nicht sein. Diese Leute kaufen Klamotten, die sie nicht bezahlen können und eigentlich auch nicht brauchen, um damit Leuten zu imponieren, die sie nicht leiden können.
Diese Klamotten hängen teilweise jahrelang im Kleiderschrank mit den entsprechenden Preisetiketten, ohne dass sie jemals getragen wurden.
Zuletzt möchte ich mich dem Thema „Finanzdienstleister“ widmen.
Einige aus dieser Branche hatte ich schon bei mir zu Besuch.
Egal, ob es nun die ach so unabhängigen (die dann allesamt doch nicht so produktunabhängig waren) Vermögensberater waren oder wer auch immer; alle hatten sie ihren Verkaufsspruch beim Eintritt parat: „Ach Sie haben es aber schön hier!“
Man konnte förmlich Wetten darauf abschließen, dass dieser Spruch kommt. Denn das ist das eigentlich perverse bei den ach so Unabhängigen; die so genannten Vermögensberater lernen erst einmal das Verkaufen bevor sie sich mit den eigentlichen Produkten befassen dürfen.
Selbst habe ich diese Erfahrung bei einigen Finanzdienstleistern, die ich getestet habe, gemacht; bei einem sogar sehr extrem.
Dort ging es dann darum „jemanden in die Position 6 zu schreiben“, vermutlich auch deswegen, damit der nächste in die Position 5 geschrieben werden konnte.
Teamwork hin und Teamwork her. Sie können sich nicht vorstellen, wie widerlich dieser Mailverkehr für mich war.
Das war nur noch Verkaufen; mit Beratung zum Wohle des Kunden hatte das auch rein gar nichts mehr zu tun.
Umso mehr weiß ich seit dem zu schätzen, wie wichtig eine wirklich unabhängige Beratung ist, am besten ohne Provisionshintergründe ausschließlich auf Honorarbasis.
Erstellt am: 18.08.2009
