
|
Wann funktioniert eine Gemeinschaft auf
Dauer?
Eines der hilfreichsten Bücher, die ich zu dem Thema gelesen habe, ist das von Autor Gary Chapman mit dem Titel „Die fünf Sprachen der Liebe“. Wir sind soziale Wesen und für unsere emotionale Gesundheit benötigen wir die Erfüllung unserer ideellen Bedürfnisse. Je besser dies in der Partnerschaft und innerhalb der Familie funktioniert, desto glücklicher fühlen wir uns. Dies betrifft Kinder wie Erwachsene gleichermaßen. Der Schlüssel dazu ist das Gefühl geliebt zu sein. Der Autor hat festgestellt, dass viele Schwierigkeiten und Probleme dadurch entstehen, dass wir nicht automatisch eine Sprache der Liebe sprechen, die von unseren Lieben auch so verstanden wird. Unsere Kinder oder unser Partner können das, was wir ihnen gegenüber an Liebe empfinden und zum Ausdruck bringen möchten, eventuell gar nicht verstehen. Sie sprechen dann eine andere Liebessprache. Sie können mit unserer Art Liebe auszudrücken, ihren emotionalen Tank gar nicht füllen. Da ist die Ehefrau und Mutter, die in einem hübschen Eigenheim wohnt, den wirtschaftlichen Freiraum hat die Kleinkinderzeit in einer Berufspause zu erleben. Ihr Ehemann kann seiner geliebten Familie einen guten Lebenstandart bieten und hat trotz anstrengender Berufstätigkeit noch Zeit für sie Blumen und kleine Aufmerksamkeiten nach Feierabend zu besorgen und ihr mitzubringen. An den Wochenenden verbringen Sie die Zeit mit ihren Kindern. Trotz alldem droht ihr Glück zu zerbrechen und Streitereien häufen sich. Da ist das junge Paar, die sich ihrer Liebe und gemeinsamer Zukunft sehr sicher waren. Sie verbringen, bedingt durch eine gemeinsam aufgebaute Selbstständigkeit viel Zeit zusammen, auch in Ihrer Freizeit. Der finanzielle Spielraum ist akzeptabel und keine größeren Probleme von außen erschweren ihren Alltag und trotzdem läuft ihre Harmonie und Liebe mehr und mehr „aus dem Ruder“. Die sind nur konstruierte Beispiele, jeder kennt wahrscheinlich in seinem persönlichen Umfeld eine Beziehung, bei der es nicht auf der Hand liegt, warum die Beteiligten sich nicht mehr genügend geben können. Chapman verzichtet bewusst auf eine Definition von „Liebe“. Das geliebte Haus, der geliebte Hund, sein geliebtes Hobby oder etwas was wir jemand anders zuliebe getan haben, hebt hervor, dass der Begriff Liebe auch für viele menschliche Verhaltensweisen herhalten muss. Er geht davon aus, dass jeder so etwas wie einen emotionalen Tank in sich trägt, den es gilt genügend aufgefüllt zu halten. Das gelingt, sowie das eigene Bedürfnis nach Zuwendung und Wärme in unserer „Muttersprache der Liebe“ erfüllt wird. Betrachten wir die fünf Sprachen der Liebe, um Ihnen, lieber Leser die Möglichkeit zu geben, die ihrige für sich heraus zu finden. 1. Sprache der Liebe :Lob und Anerkennung 2. Sprache der Liebe :Zweisamkeit, Zeit nur für Dich 3. Sprache der Liebe :Geschenke, die von Herzen kommen 4. Sprache der Liebe :Helfen, Hilfsbereitschaft 5. Sprache der Liebe :Berührungen, Zärtlichkeit Der ein oder andere unter Ihnen wird spontan „seine“ Liebessprache herausfinden können und zu seiner/seinem Liebsten sagen:“ Ja, genau, ich fühle mich wohl, geliebt und angenommen, wenn Du mich in der Liebessprache Nummer ___ ? erreicht hast. Das füllt meinen emotionalen Tank und ich kann um so mehr für Dich da sein.“ Häufig werden wir feststellen, dass wir für den Anderen eine Fremdsprache sprechen, die gar nicht so verstanden wird, wie wir das liebevoll beabsichtigen. Schon gerät der emotionale Austausch ins Wanken. Fühlen sie sich beispielsweise von ihrer/ihrem Partner geliebt, wenn er/sie ihnen hilft, morgens in aller Herrgottsfrühe das Frühstück für die Kids oder ihr Lunchpaket für die Firma zuzubereiten, dann ist Ihnen sein/ihr Lob im Vorbeihuschen wie toll sie das alles machen, kaum einen Pfifferling wert. Hier trifft Lob und Anerkennung auf Helfen, Hilfsbereitschaft. Will ich jeden in meiner Familie so ansprechen können, dass ich verstanden werde, muss ich mir die Mühe machen, die Liebessprache meiner Lieben kennen zu lernen. Sind es die „Geschenke die von Herzen kommen“ ist es relativ einfach und mühelos greifbare Beweise der Zuneigung zu schenken. Es geht für den Anderen darum, etwas in der Hand halten zu können, das ihn/ihr unserer Liebe gewiss sein lässt. Es ist an ihn/ihr gedacht worden, als für ihn/sie die kleine Hotelseife auf der Geschäftsreise eingepackt wurde oder ab und an eine Zeitschrift, Blume oder Kugelschreiber den Weg zu ihr/ihm findet. Damit werden Sie wenig Erfolg haben, wenn Sie jemanden, der einfach nur gemeinsame Zeit mit Ihnen verbringen möchte, mit kleineren oder auch größeren Geschenken überhäufen. Dann scheint dies Ihre Liebessprache Numero Uno zu sein, die für den Anderen nicht das Gleiche bedeutet. In der Kindererziehung ist schon lange klar, dass Babys, die Berührungen und Zärtlichkeit erfahren, sich gesünder und besser entwickeln. In der Partnerschaft vermag ein liebevoller Kuss genügend Trost und Zuwendung spenden. Arm in Arm durch die Fußgängerzone gehen oder Händchen haltend auf dem Sofa mit ihr/ihm zu sitzen, gibt Ihnen im Alltag das Gefühl geliebt zu sein.
Eine Berührung soll Wohlbefinden
auslösen und ist nicht zwingend an Intimität geknüpft. Die Tochter,
die Trost über einen unangenehmen Schulvormittag braucht, wird eine
liebevolle Umarmung für ihre emotionale Tankfüllung besser verwenden
können, wenn Berührung und Zärtlichkeit ihrer Liebessprache Nummer
eins entspricht, als ein in Aussicht gestellter Stadtbummel. |
|
|
In meiner Familie haben alle Familienmitglieder ihre Sprache der Liebe für sich entdeckt und festgelegt. Der nächst wichtigsten wurde der Rang Nummer zwei zugeteilt, der drittwichtigsten eine „Drei“ usw. Auf einem kleinen Plakat wurde das Ergebnis von Jedem von eins bis fünf aufgelistet. Jede(r) sieht nun, wie er/sie mit Wärme und Zuwendung auf ein anderes Familienmitglied zugehen kann um auch selbst verstanden zu werden. Vielleicht konnte ich Ihnen mit dem Beitrag einen hilfreichen Hinweis für mehr Glück in Familie und Partnerschaft geben. Buchhinweis: Gary Chapman, Die fünf Sprachen der Liebe |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
