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Herbst- und Winterabende
Der Sommer ist vorübergegangen. Die Tage werden merklich kürzer. Die Temperaturen sind deutlich gesunken. Es wird früher dunkel. In der Natur bereitet sich alles Leben auf die kalte Jahreszeit vor.
Laubbäume verlieren ihre Blätter und stellen ihr Wachstum ein. Wildtiere legen sich einen dicken Pelz zu, und manche von ihnen verschlafen den ganzen Winter.
Der Rhythmus der Natur gibt Einem ein wenig den Rückzug vor, der dazu da ist, um sich zu regenerieren, und sich in seiner Mitte zu finden. Pausenlose Aktivität und Konsum ist eine Erfindung der Werbemedien, die versucht die Menschen „auf Trab zu halten“. Das laugt auf Dauer (nicht nur den Geldbeutel) richtig aus, sondern unsere Lebensenergie und unsere Durchschlagkraft. Weniger Sonnenstunden bedeuten auch weniger Sonnenenergie. Weniger Sonnenenergie bedeutet weniger Lebensenergie. Wir haben die Wahl, uns für die Herbst-und Winterzeit dem Rhythmus anzugleichen, zu nutzen, was die Jahreszeit für uns bereit hält, oder es nur zu ignorieren. Fühlen Sie einfach in sich hinein. Täten Ihnen entspannende Momente, ruhige besinnliche Stunden und einfach „Freiraum haben“ gut? Dann lassen Sie sich auf die dunklere Jahreszeit ruhig richtig ein. Überdenken Sie Ihre wöchentlichen Aktivitäten. Ist es z.B. sinnvoll bei schlechten Straßenverhältnissen abends ins Sportstudio zu fahren, oder sich durch den Stadtverkehr zum Shoppen zu schlängeln und genervt, statt entspannt wieder zuhause anzukommen?
In der Ruhe liegt die Kraft. Ideen zu entwickeln, was „nährt mich überhaupt“, was tut mir gut, ist ein Thema für Herbstabende. Welche Veränderungen für die kommenden Monate, bis das Frühjahr wieder beginnt, passen besser in einen entspannten und trotzdem erfüllten Tagesablauf hinein? Legen Sie sich einfach eine List an mit kleinen Unternehmungen, Unterbrechungen von den Alltagsaufgaben, die Ihnen gut tun und die helfen eine Gang runter zu schalten. Statt abends noch schnell ins Einkaufszentrum zu hetzen, ist es einen Versuch wert, viel öfter z.B. an einem Abend auch unter der Woche etwas zu unternehmen, oder wegzulassen(!) das einem hilft, das Leben zu „entschleunigen“.
Ein einfacher Abend zuhause mit einem guten (werbefreien) Film gemütlich auf der Couch verbracht, kann ein Anfang sein. Aber es gibt zum allabendlichen TV – Programm wirkliche Alternativen! Machen Sie sich mal Gedanken, womit Sie sich eine Entspannung gönnen können. Und nachdem die schönsten Momente im Leben meist sowieso unbezahlbar sind, sind es die kleinen Dinge, die uns wirklich nähren.
Es kann ein entspannender Spaziergang in der Dämmerung sein, der den Kopf nach einem anstrengenden Tag z.B. im Büro angenehm frei macht. Ziehen Sie sich bequeme warme Schuhe und Ihre „Klamotten fürs Leben im Freien“ an und gehen raus. Besonders wenn Sie in der glücklichen Lage sind in einer Umgebung mit frischer sauberer Luft zu leben, atmen Sie tief durch und lassen die Spannung mit jedem Atemzug von sich weichen. Der Leistungsdruck am Arbeitsplatz, oder bei der Betreuung von Haushalt und Kleinkinder darf ganz bewusst dabei zur Seite treten. Nehmen Sie sich selbst wahr und finden Sie zu Ihren Tagesaufgaben den richtigen Abstand. Erlauben Sie es sich, sich frei und lebendig zu fühlen. Lockern Sie sich regelrecht innerlich. Gehen Sie und genießen es, mit jedem Schritt mentale oder physische Spannung abbauen zu können. Erlauben Sie es sich, eine Pause von den bestehenden Aufgaben einzulegen. Manche Lösung zu bestehenden Schwierigkeiten findet sich, nach einer Zeit des Abstandes. Frischer Wind darf Ihr Gemüt auslüften und aufbauen.
Zurück in der warmen Wohnung vermittelt ein halbes Dutzend angezündete Teelichte gleich ein Stück Behaglichkeit. Ein Vorrat an genügend Kerzen ist eine gute Investition für Herbstabende. Ihr Lieblingssessel könnte Sie dazu zum sanften entspannenden Musikhören einladen. Eine Tasse heißer Tee oder Glühwein, der das Zimmer mit unaufdringlichem Duft erfüllt, in Ruhe genossen, hilft besonders entspannende regenerierende Momente mit sich zu finden. Wenn außer Ihnen niemand da ist, genießen Sie ruhig die „gute Gesellschaft“ in der Sie grade sind. Erholung ist für Körper und Geist wichtig. Verspannungen können sich dabei gut lösen. Erlauben Sie es sich, aufbauenden Gedanken Platz einzuräumen. Wenn Ihnen gute Ideen in den Sinn kommen, greifen Sie zu Papier und Stift und machen sich Notizen. Ignorieren Sie störende Geräusche. Geben Sie sich ganz der befreienden Entspannung hin. Das kleinste Lächeln schon verzaubert jegliche Fältchen im Gesicht.
Falls Sie sich mit dem Partner oder der Partnerin zusammen zu solch einem stillen Abend verabreden können, räumen Sie sich die Zeit ein. Es ist gut investierte Zeit. Beziehungen wollen gepflegt sein, um liebevoll und im Verständnis für einander da sein zu können. Ein gemeinsamer Spaziergang am Abend ist eine gute Gelegenheit sich über Dinge auszutauschen, die wirklich wichtig sind und die im Alltag sonst zu kurz kommen. „Schwierige Themen“ bleiben so gleich draußen und füllen nicht die Atmosphäre zuhause. Gute Gespräche entwickeln sich selten „auf Knopfdruck“. Sie brauchen Zeit, Ruhe und die nötige Entspannung, um sich auf eine gemeinsame Wellenlänge einzustimmen. Machen Sie sich das kalte Herbstwetter zu Ihrem Freund. Lecker aromatisierter Tee, Glühwein oder andere heiße Getränke, leckeres Essen und ein bisschen Kerzenlicht zu zweit genossen, sind Entspannung pur im Vergleich zu einem Actionfilm vorm Fernseher oder einer Autofahrt im Stau. Hören Sie sich richtig zu, seien Sie ganz dabei. Grenzen Sie sich von Handyanrufen oder anderen Störungen ganz aus. Nur Sie beide sind wichtig und haben Zeit, um sich auszutauschen.
Wenn Sie Ihre Gedanken zu Papier bringen, was Ihnen gut tut, können Sie gleich beginnen, diesen Herbst und Winter zu Ihrer Erholungsquelle zu machen.
Tina Kaiser
Erstellt am: 28.10.2009
