Quelle: Aus einem
englischen Ehebuch
Du sollst keine anderen Götter haben als Gott und dich davor hüten,
das Kind zu einer kleinen Gottheit in deinem Hause zu machen.
Du sollst keine Versprechen machen, die nicht gehalten werden –
weder solche, bei denen es um Vergnügen, noch solche, bei denen es
um Strafen geht. Denn nur wenn das Kind sich auf ein gegebenes Wort
verlassen kann, wird es die Person respektieren.
Du sollst dein Kind durch das Beispiel führen, nicht durch
Vorschriften. Eltern, die einem Kinde von Religion und Moral
sprechen, aber selbst gierig, von Leidenschaften beherrscht und
heuchlerisch sind, müssen damit rechnen, dass ihr Vorbild wirkt und
ihr Rat nicht befolgt wird.
Du sollst den Sonntag gemeinsam mit deiner Familie heilig halten,
keine Vergnügungen für dich suchen, welche die Familienmitglieder
sozial und geistig auseinanderreißen.
Du sollst in deinem Kind keine Ängste erregen, vielmehr ihm deutlich
machen, dass Liebe die Furcht verjagt und dass derjenige, welcher
aus Furcht alleine nichts Unrechtes tut, einfach ein Schwächling
ist, - während derjenige, der aus Liebe das Rechte tut, in Wahrheit
stark ist.
Du sollst deinem Kinde helfen, die Vielfalt der Menschheit zu sehen
und anzunehmen und darin Gottes schöpferische Originalität zu
bewundern und sollst dich hüten, in ihm den falschen Stolz einer
Überlegenheit zu züchten, die die Persönlichkeit des Menschen am
Wachstum hindert und verzerrt.
Du sollst nicht zu sehr zu jenen Eltern gehören, die dem Kind allzu
leicht gestatten, seine eigenen Fehler zu machen und es auch nicht
vor den schmerzvollen Folgen seiner Irrtümer in unguter Weise zu
bewahren suchen.
Du sollst von deinem Kinde keine Liebe erwarten und fordern, nur
weil es dein Kind ist; du sollst hingegen bemüht sein, durch deine
Gerechtigkeit, dein Verständnis und deine Gemütslage in ihm Respekt
für dich zu wecken.
Du sollst dein Kind nicht in dein eigenes Bildnis hineinformen
wollen, sondern ihm helfen, aus seinen eigenen Anlagen das Beste zu
machen.
Du sollst täglich in dein eigenes Herz hineinschauen und deine
Motive prüfen; denn wenn deine Motive nicht rein sind, so wird Liebe
zu Besitzen-wollen, und das Kind ist nicht länger ein Wesen Gottes,
vielmehr ein Werkzeug der falsch ausgerichteten Leidenschaft eines
Menschen.
|