|
Was ist mit Motivation |
|
|
|
Einen Mitarbeiter, den Sie motivieren müssen, damit er seine Aufgaben erledigt, können Sie getrost vergessen. Die Motivation, um gute Leistungen zu bringen, muss aus jedem selbst herauskommen. Setzen Sie auf Eigenmotivation und belohnen Sie gute Leistungen mit positiver Beachtung. Machen Sie Ihre Mitarbeiter durch Anerkennung und Lob zu Wiederholungstätern. Vergessen Sie alle leistungssteigernden Mittelchen, die so auf dem Markt kursieren. Das sind alles nur kurzfristige Maßnahmen, die Ihnen auf Dauer mehr Schaden als Nutzen bringen werden. Warum ist das so? Nun, ganz einfach. Wenn Sie jemandem heute 50 Euro geben, weil er eine Aufgabe, die er sowieso machen muss, besonders gut gemacht hat, wird er das nächste Mal wieder 50 Euro dafür erwarten. Bekommt es diese dann nicht mehr, ist er enttäuscht und sagt sich: „Na, dann brauche ich mich ja auch nicht mehr so anzustrengen“. Geben Sie ihm aber jedes Mal 50 Euro, wird seine Leistung ebenfalls nachlassen, denn immer nur die gleiche Belohnung zu erhalten ist ja auch blöd… Sie müssten demnach die Belohnungen laufend in die Höhe schrauben, was Ihnen aus wirtschaftlichen Gründen gar nicht gelingen kann. Ein anderes Beispiel: Wenn Sie alle Mitarbeiter zu sich nach Hause einladen und Sie stellen als Bewirtung Käsebrötchen und Bier auf den Tisch, wird sich wahrscheinlich jeder freuen. Wenn Sie das stets so machen, werden Sie nach dem 5. Treffen wahrscheinlich zu hören bekommen: „Bei dem gibt es ja immer nur Käsebrötchen…“ Merke: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Was heute als ganz toll empfunden wird, wird morgen zur Gewohnheit und übermorgen wird es eingefordert. Das muss Ihnen als Chef klar sein, sonst laufen Sie Gefahr, sehr schnell innerlich leer zu laufen und sind enttäuscht. Es ist dann aber nicht so, dass Ihre Mitarbeiter schlechte Menschen sind, Sie haben sie einfach nur zu sehr verwöhnt. Was soll man jetzt tun? Keine Käsebrötchen mehr hinstellen? Doch, das können Sie schon machen, aber eben nicht ständig. Sie müssen abwechseln und Bewegung in das Spiel bringen. Das Treffen kann auch einmal woanders stattfinden, zum Beispiel bei einem Ihrer Mitarbeiter. Sie können auch nur mal im Büro bei einer Tasse Kaffee zusammensitzen. Sie könnten sich auch mal nur in einem Park oder zum Wandern treffen. Wichtig ist, dass Sie keine Selbstverständlichkeiten aufbauen, die nachher genau das Gegenteil von dem bewirken, was Sie eigentlich erreichen wollten. Ich hatte über 14 Jahre lang ein eigenes Büro, in dem über den Daumen gepeilt 20 Vermögensberater ein und aus gingen. Alle waren zwar wirtschaftlich selbständig, aber dieses Büro diente als Anlaufstation, um Dinge wie ein einheitliches Materiallager, Schulungsräume, Besprechungsräume etc. zur Verfügung zu stellen. Natürlich hätte ich einfach jedem einen Büroschlüssel geben können, um zu gewährleisten, dass jeder ins Büro konnte, wann er oder sie es für notwendig hielt. Das tat ich aber nicht, denn wir hatten folgende Regelung: Wer einen Büroschlüssel wollte, musste dafür auch eine so genannte Gemeinschaftsaufgabe übernehmen. Und es gab immer viel zu tun. Einer hatte das Materiallager unter sich und war dafür verantwortlich, dass immer genügend Formulare und Anträge vorhanden waren. Andere hatten Büro- und Telefondienst und nahmen die Anrufe der Kunden von 9.00 Uhr – 13.00 Uhr entgegen. Wieder andere machten Gemeinschaftsschulungen oder schauten nach der Computeranlage usw. Es hatte jeder eine kleine Aufgabe, so war keiner überfordert und der Büroablauf war sehr gut geregelt. Entscheidend war aber, dass sich so jeder Einzelne in die Gemeinschaft einbringen konnte. Er war wichtig und wertvoll. Die Stimmung im Büro war richtig gut und außer einer Putzfrau musste ich als Büroleiter kein Personal einstellen. Freilich funktioniert so eine Regelung nur dann, wenn sich mehrere Selbständige in einem Büro zusammentun, aber es war eine schöne Zeit und alle haben sich wohl gefühlt. |
|
|
