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Wann einstellen? |
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Welchen Anteil an den Gesamtkosten Ihrer Firma haben die Lohnkosten bei Ihnen? Als Chef einer kleineren Firma wird es vermutlich ein ziemlich hoher Prozentsatz sein. Wer heute einen Arbeitnehmer einstellt, geht als Chef immer eine große finanzielle Verpflichtung ein. Was ein Mitarbeiter wirklich kostet wird erst klar, wenn man einmal alles addiert, was für einen Angestellten an Zahlungen geleistet werden muss. Um Ihnen eine Entscheidungshilfe zu geben, steht auf der Chefwebseite das Berechnungsmodul ‚Was Arbeitnehmer wirklich kosten’ zur Verfügung Viele Chefs tun sich schwer, wenn es darum geht, die Einstellung eines Arbeitnehmers nachzuvollziehen. Schließlich ist man es als Selbständiger gewohnt, dass der Erfolg der eigenen Firma im Vordergrund steht und beschäftigt sich wenig mit Dingen wie, Weihnachts- und Urlaubsgeld, Arbeitszeitregelungen, Überstunden, Urlaubsansprüchen und solchem ‚Schnickschnack’. Ich kenne Chefs, die schon bei der Erwähnung des Wortes Urlaub oder Lohnfortzahlung einen hochroten Kopf bekommen. Aus Sicht der Chefs ist das auch durchaus verständlich, denn wenn Sie selbst krank sind, zahlt Ihnen ja auch keiner Ihren Lohn weiter. Fahren Sie in die Ferien, verdienen Sie in dieser Zeit nichts… Ein Arbeitnehmer sieht das naturgemäß anders. Für ihn ist es nun einmal so, dass er seine Arbeitskraft möglichst teuer an eine Firma ‚vermieten’ möchte. In der Regel sieht er oder sie es auch nicht ein, sich für die Firma krumm zu legen. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber die Anzahl derer, die eine Firma als berufliche Heimat verstehen und sich mit ihr wirklich identifizieren, nimmt leider stetig ab. Das müssen wohl alle Chefs zunächst als gegeben hinnehmen, um sich dann darauf zu konzentrieren, möglichst viele solcher Mitarbeiter zu finden, die sich einsetzen möchten und bereit sind, die Firma nicht als bloßen Platz zur eigenen Nahrungsbeschaffung anzusehen. Von der Tendenz her empfehle ich allen Chefs, möglichst wenig Personal einzustellen. Das mögen jetzt die Gewerkschaften wohl gar nicht hören, aber da dies ein Buch für Chefs ist, müssen die Gewerkschaftsvertreter dieses Kapitel eben einfach überblättern. Oder sie müssen da durch und auch einmal den Gedanken zulassen, dass es nur für solche Arbeitnehmer Arbeitsplätze geben kann, die nicht nur ihre Kosten hereinarbeiten, sondern darüber hinaus zum Gewinn der Firma beitragen. Sie als Chef brauchen keine Angestellten, die Sie mehr kosten, als sie Ihnen einbringen. Noch deutlicher formuliert: Sie können sich solche Mitarbeiter auf keinen Fall leisten. Sie brauchen bei solchen Überlegungen auch kein schlechtes Gewissen zu haben, denn Sie sind nicht die Caritas und leben auch nicht von Spenden. Ihre Aufgabe als Chef ist es, dafür zu sorgen, dass es Ihrer Firma gut geht. Nur dann haben alle, die in und mit Ihrer Firma (zusammen)arbeiten, auf Dauer eine wirtschaftlich gesicherte Zukunft. Hier einmal ein Beispiel, das verdeutlichen soll, wie hoch die finanzielle Belastung allein durch eine Sekretärin ist, die in Ihrer Firma arbeitet. Achten Sie bitte auch auf den tatsächlichen Stundenlohn, also auf den Betrag, den Sie diese Beispielsekretärin pro Stunde wirklich kostet: Position: Sekretärin, 30 Jahre alt, mittlere Reife, gelernte Kauffrau und 10 Jahre Berufserfahrung. Gute PC- Kenntnisse innerhalb der MS Office-Umgebung, Steno hundert Silben pro Minute und auf der Tastatur bringt sie es auf 180 Anschläge pro Minute Auftreten: Ein angenehmes Erscheinungsbild, freundlich und zuvorkommend, kann gut mit Kunden und Interessenten Ihrer Firma umgehen Gehalt: 1.900 Euro Brutto zusätzlich VWL Wie viel kostet Sie als Chef diese ‚Beispielsekretärin’ nun wirklich pro Stunde? Das ist auch unter dem Gesichtspunkt „Was kostet mich eine Kundenanfrage oder das Ausstellen einer Rechnung, etc.“ eine interessante Frage. Machen wir einmal folgende Rechnung auf: Bruttolohn 1.900,00 Euro Krankenversicherung 136,33 Euro (bei 6,50%) Rentenversicherung 204,69 Euro (bei 9,75%) Arbeitslosenversicherung 68,16 Euro (bei 3,25%) Pflegeversicherung 17,83 Euro (bei 0,85%) Vermögenswirksame Leistungen 39,00 Euro (bei 100%) Die Gesamtkosten der Sekretärin betragen somit immerhin 2.366,01 Euro pro Monat. Nehmen wir weiter an, dass Sie als Chef nun noch jeweils 50% des Gehaltes an Urlaubs- und Weihnachtsgeld bezahlen, dann ergeben sich Kosten von 12 x 2.366,01 Euro plus 2.327,01 Euro für die beiden Sonderzahlungen (die VWL werden ja nur 12 x bezahlt), insgesamt also 30.719,13 Euro pro Jahr. Wie viel Tage steht Ihnen diese Sekretärin dafür zur Verfügung? Nun, das Jahr hat bekanntlich 365 Tage. Da können wir gleich einmal 104 Wochenendtage und 29 Tage Urlaub abziehen. Jetzt werden noch unsere ca. 18 Feiertage abgezogen und da jeder ja mal krank ist nehmen wir einfach noch 9 Krankheitstage an. Somit verbleiben noch 205 Tage, in denen die Sekretärin also wirklich anwesend ist. Das bedeutet für Sie als Chef, dass Sie einen effektiven Tagessatz von 30.719,13 Euro / 205 Arbeitstage = 149,85 Euro pro Tag einkalkulieren müssen, wenn Sie sich fragen, ob es sich lohnt, diese Sekretärin einzustellen. Fragen Sie sich nun, wie viel Gewinn (nicht Umsatz) Sie mehr erzielen können, wenn Sie diese Sekretärin einstellen. Dann merken Sie recht schnell, ob es sich lohnt oder nicht. |
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