|
Kleine Firmen sind wieder im Kommen |
|
|
|
Es gab mal eine Zeit, in der immer mehr kleine Firmen schließen mussten, weil die Kunden ihr Heil bei den großen Konzernen suchten. Das hatte und hat seine Hauptursache beim Preis der Produkte. Wer als Händler 1.000 Stück einkauft, erhält eben einen besseren Einkaufspreis als einer, der nur 10 Stück braucht. Aber immer mehr Kunden merken, dass der Preis alleine nicht entscheidend ist. Wer einmal (als Nichtfachmann) bei einer der großen Handelsketten einen PC erworben hat, weiß wovon ich spreche. Bei dem Versuch, dem PC die erhofften Funktionen zu entlocken, werden die Nächte schnell zu Tagen und man merkt mit übermüdeten Augen, dass es vielleicht doch sinnvoller gewesen wäre, den Computer (auch wenn er dort ein paar Euro mehr kostet) beim kleinen PC-Händler um die Ecke zu kaufen. Der Preis eines Produktes wird in Zukunft aus Sicht des Kunden nicht mehr alleine entscheidend sein. Viele Kunden sind in den letzten Jahren bei der Jagd nach den vermeintlichen Schnäppchen auf die Nase gefallen. Es kommt also wieder die Zeit des preiswerten Produkts und der preiswerten Dienstleistung. Darauf können Sie bauen. Preiswert ist eine Sache, die ihren Preis wert ist. Hier liegt eine riesige Chance für Kleinunternehmer, weil die eben – anders als die großen Handelskonzerne – ihren Kunden nicht nur Waren sondern auch guten Service verkaufen können. Und kleine Firmen sind für ihre Kunden erreichbar. Vielleicht haben Sie schon einmal bei einer Hotline eines Großkonzerns angerufen. Sie haben zuerst 10 Minuten lang Musik gehört und dabei 30-mal von einer Bandstimme erfahren, dass gerade alle Mitarbeiter im Kundengespräch sind? Das nervt… und so geht es auch Ihren Kunden! Als Sie dann endlich jemand am anderen Ende der Leitung hatten, wusste der über sein Produkt nicht richtig Bescheid und Sie hatten das Gefühl, dass der ‚First-Level-Supportler’ (das sind Leute die in riesigen Callcentern sitzen, und oft für viele Firmen gleichzeitig die Kundenanrufe entgegen nehmen) nur etwas von seinem Zettel abliest? Ja, und genau so ist es auch. Die armen Leute, die in diesen Callcentern sitzen, sind oft frei von jeglichem Fachwissen. Meist werden hier Studenten und Aushilfen beschäftigt, die von der Sache keine Ahnung haben. Sie finden das erschreckend und schlimm? NEIN, das ist eine Ihrer großen Chancen, sich ein Unternehmen aufzubauen. Ihre Kunden werden vom Chef bedient, Sie sind für Ihre Kunden da. Sie rufen sogar zurück, oder kommen vorbei, wenn es einmal brennt… Glauben Sie mir: Ihre Kunden werden das lieben und in Zukunft bei Ihnen kaufen. Jemand erzählte mir einmal, dass viele Kunden dazu übergehen würden, bei den großen Handelsketten billig einzukaufen und dann zu ihm als ‚kleinem Händler’ zur Reparatur zu kommen. Ist das schlimm? Nein, ist es nicht, solange er seine Stunden bezahlt bekommt, ist doch alles in bester Ordnung. Besser kann es eigentlich gar nicht laufen, so machen Sie aus gefrusteten Kunden von Großkonzernen zufriedene Kunden für den Einzelhandel. Wichtig ist nur, dass Sie Ihren Kunden klar sagen, dass Sie kein Schnäppchenmarkt sind. Billig und gut geht auf Dauer einfach nicht. Das kann es einmal als Sonderaktion geben, um kurzfristig Marktanteile zu erobern, aber auf Dauer ist ein Produkt oder eine Dienstleistung entweder billig oder gut. Und wie wird sich das in Zukunft entwickeln? Keine Angst, Deutschland bleibt eine Servicewüste. Der Deutsche an sich kann nicht dienen und tut sich deshalb schwer im freundlichen Umgang mit seinen Kunden. Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung Marketing Corporation sinkt die Service-Qualität in Deutschland immer weiter. 64 Prozent der Bundesbürger fühlten sich erst kürzlich in einem Supermarkt, Restaurant, beim Einkaufen oder in der Werkstatt unzureichend bedient oder unhöflich behandelt. (Quelle: SZ, 19.4. 2004, S. 19) Sie haben also wirklich gute Chancen, wenn Sie nicht im Billiggewühl mitmachen, sondern Ihr Unternehmen voll auf den Nutzen für Ihre Kunden ‚trimmen’… und nicht nur Standardlösungen anbieten, sondern das, was Ihr Kunde wirklich braucht. |
|
|
