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Bringen Sie sich in eine gute Ausgangsposition |
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Viele Selbständige kämpfen ständig in Rückenlage, weil Sie es nicht verstehen, sich in eine gute Ausgangsposition zu bringen. Was meine ich damit? Lassen Sie es mich an einem Beispiel beschreiben, das mir bei einer meiner Fortbildungen bei der örtlichen IHK bewusst geworden ist. In den Pausen steht den Schulungsteilnehmern eine große Aula zur Verfügung, in der auch einige Getränkeautomaten stehen. Ein Kaffeeautomat befüllt diese kleinen, braunen Plastikbecher. Gleich nebenan steht ein weiterer Automat in den man diese Plastikbecher wieder zurückgeben soll, wenn sie leer sind. Als ich das zum ersten Mal sah, dachte ich mir, das ist ja eine gute Idee, denn so können die leeren Becher gesammelt und gezielt entsorgt werden. Mein nächster Gedanke war dann aber: „Ob das wohl funktioniert? Wer bringt schon freiwillig seinen leeren Becher zum Recyceln zurück?“ Als ich meinen ersten Kaffee herausließ, staunte ich nicht schlecht. Auf dem Display stand: „Der Kaffe kostet 70 Cent und der Becher weitere 10 Cent Pfand.“ Dieses Pfand erhält man zurück, wenn man seinen leeren Becher in den dafür vorgesehenen Automaten zurückbringt. Und es funktionierte. Zwar fand sich in den umstehenden Papierkörben immer noch der eine oder andere leere Becher wieder, aber die überwiegende Zahl der Kursteilnehmer brachte ihre Becher wieder zurück, um die 10 Cent an Pfand ausbezahlt zu bekommen. Stellen Sie sich vor, der Kaffee würde ohne Pfand ausgeschenkt werden. Auf dem Display würde dann stehen: „Bitte bringen Sie Ihre Becher in den dafür vorgesehenen Automaten zurück – so helfen Sie uns, die Umwelt zu schonen.“ Was würde wohl passieren? Wahrscheinlich würden die Papierkörbe vor lauter Plastikbechern überquellen. Kein Mensch würde sich darum bemühen die Becher wieder zurückzugeben. Sich in eine günstige Position zu bringen ist also sehr dazu geeignet, sich Ärger zu ersparen und seine Kunden in eine gewünschte Richtung zu lenken. Im Grunde genommen ist es das Gleiche wie bei der Kindererziehung auch. Wenn Sie wollen, dass Ihr Sprössling sein Zimmer aufräumt, sagen Sie ja auch: „Wenn Du aufgeräumt hast, kannst Du ins Kino.“ So sind Sie in der günstigen Position, dass zuerst das Zimmer aufgeräumt wird. Würden Sie sagen: „Klar kannst Du ins Kino gehen, aber denke daran, danach noch dein Zimmer aufzuräumen“, dann würden Sie zwar sämtliche Eide geschworen bekommen, dass das Zimmer aufgeräumt wird, aber Sie müssten schon sehr vernünftige Kinder haben, damit so etwas funktioniert. Wo Menschen sind menschelt es halt, und allzu oft haben wir alle die Tendenz, den leichteren Weg zu gehen. Jemand hat einmal gesagt, dass die überwiegende Zahl der Menschen einfach nur Lust sucht und Schmerz vermeiden will. Das führt dann– auf Dauer gesehen – zu unvernünftigen Entscheidungen im Leben. Ihre Aufgabe als Chef besteht jetzt nicht darin, die Menschheit zu ändern, sondern darin, sich in eine günstige Position zu manövrieren. Eine günstige Position haben Sie immer dann, wenn Sie durch Nachlässigkeiten und Versäumnisse Ihrer Mitmenschen und Kunden nicht geschädigt werden, sondern davon sogar noch profitieren. Damit Sie mich richtig verstehen: Ich möchte nicht, dass Sie versuchen, möglichst viel auf Kosten anderer zu profitieren. Aber ich möchte, dass Sie nicht in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn Zusagen, Versprechen, Zahlungs- oder Lieferfristen Ihnen gegenüber nicht eingehalten werden. Ich finde, dass derjenige, der eine Vereinbarung nicht einhält, das Problem auf seiner Seite haben sollte, nicht Sie als Chef. Leider wird die allgemeine Moral im Geschäftsleben nicht besser, sondern nimmt eher laufend ab. Deshalb muss man sich heutzutage immer und immer wieder überlegen, wie man sich seinen Kunden und Lieferanten gegenüber in eine komfortable Position bringen kann. Überlegen wir also einmal, was Sie alles tun könnten… |
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