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Ausreden |
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Es gibt wohl niemanden, der von sich sagen kann, dass er frei von Ausreden ist. Auch hier gilt: Wir sind alle nur Menschen und keine Engel. Wer sich selbst für einen Engel hält, sollte einmal einen Blick auf seine Flügel werfen. Wenn diese fehlen, sieht es schlecht aus und es liegt die Vermutung nahe, dass man doch ‚nur’ Mensch ist ;-) Und Menschen greifen nun mal ab und an zu Ausreden, um besser dazustehen oder weil es einfach zu schmerzhaft wäre, sich selbst einzugestehen, dass man jetzt halt gerade einmal Mist gebaut hat. Als Chef sollte man sich allerdings jeden Tag ein kleines Stück mehr in die Richtung bewegen, keine (zumindest aber immer weniger) Ausreden zu gebrauchen. Und das weder sich selbst noch anderen gegenüber. Ausreden sind vor allem dann gefährlich, wenn man sich selbst etwas vormacht. Sie führen dazu, dass man die Eigenverantwortung und damit auch die Macht, etwas positiv zu verändern, abgibt. Wer beispielsweise zu wenig Aufträge hat und ausschließlich die Konjunktur dafür verantwortlich macht, hat ja selbst gar keine Chance mehr einzugreifen, denn die Ursache des Problems liegt ja außerhalb seines Einflussbereiches. Keiner kann die Konjunktur alleine auf Trab bringen – und somit bleibt das Problem ungelöst. Es ist sinnvoll sich immer wieder selbst zu hinterfragen, ob man gerade eine Ausrede gebraucht oder ob es wirklich so ist, wie man es sich ‚vorsagt’. Am Beispiel der fehlenden Aufträge ist es zweifelsfrei so, dass eine schleppende Konjunktur die eigene Auftragslage nicht gerade begünstigt. Aber ist die Konjunktur wirklich das Einzige, was dafür verantwortlich ist? Kann der Chef da wirklich nichts machen? Gar nichts? Wenn dem so wäre, müsste man seinen Betrieb aufgeben, denn wer auf sein Geschäft keinen Einfluss mehr hat, kann es selbstverständlich auch nicht leiten und gestalten. Und wer nichts gestalten kann, wer also keinen Einfluss auf seine Firma hat, ist als Chef am falschen Platz… Sie merken, dass Ausreden, die man sich selbst gegenüber benutzt, ein zweischneidiges Schwert sind. Sie helfen einem zwar fürs Erste über ein schlechtes Gefühl, aber auf Dauer schaden sie mehr, als sie nutzen. Ausreden täuschen nur ganz kurz über den eigentlichen, misslichen Zustand hinweg. |
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