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Vergeben |
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Wer vergibt, lässt etwas los. Er lässt das schwere Paket los, das er mit sich trägt. Wer dieses Paket nicht loslässt, muss es zwangsläufig tragen, nachtragen. Wer nicht vergibt, ist also nachtragend -und muss dementsprechend schwer schleppen. "Am Nachtragen schleppen wir uns noch zu Tode", sagte einmal eine erfahrene Seelsorgerin.
Ob der, der uns eine Kränkung zugefügt hat, an der Last seines Unrechts schwer trägt, ist oft nicht erkennbar. Manche werden von ihrem schlechten Gewissen geplagt. Andere haben ganz und gar vergessen, was sie jemandem angetan haben. Oder sie haben es nicht einmal bemerkt, was sie angerichtet haben. Wer aber gewiss schwer daran trägt, ist der gekränkte Mensch. Er meint vielleicht, dass er den anderen damit straft, dass er ihm einfach nicht vergibt. Doch der eigentlich Gestrafte ist in erster Linie er selbst. Denn er trägt weiterhin die schwere Last mit sich herum. Der Gekränkte ist es, der loslassen muss. Es ist gut, wenn wir uns davon unabhängig machen, ob der andere ein schlechtes Gewissen hat oder ob er um Vergebung bittet oder Wiedergutmachung anbietet. Vergebung liegt an uns selbst. Es ist unsere Entscheidung, unser Geschenk. Wenn wir auf Entschuldigungen warten, können wir unter Umständen unser Leben lang warten. Vergebung ist keine Reaktion, sondern eine bewusste Aktion. Es ist eine Entscheidung, die letztlich gar nicht mit dem Verhalten des anderen zu tun hat, sondern aus unserer eigenen Haltung kommt. Quelle: Pfarrerin Koenigs / Bad Wildbad |
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