Nur wer aufgibt, hat verloren Anna ist eine sportliche lebensbejahende Frau, die nach einem Unfall mit dem Motorrad Probleme mit der Körpermotorik hat. Es waren keine so sehr schlimmen Verletzungen, die sie erlitten hat und so konnte sie nach einem entsprechenden Krankenhausaufenthalt wieder nach Hause. Das vollständige Herstellen ihrer Gesundheit wollte einfach nicht gelingen. Sie hatte immer mehr Schwierigkeiten mit dem Gehen bekommen und litt sehr darunter. Für ihre Familie war es deprimierend sie so zu sehen. Man konnte medizinisch nur rätseln, es gab keine weiterreichenden Befunde. Die klinischen Ärzte haben sie aufgegeben und ihr einen Rollstuhl nahegelegt, nur noch Physiotherapeuten machten ihr weiter Mut. Eine berufliche Tätigkeit war fast nicht mehr möglich. Trotz allem weigerte sich Anna einen Rollstuhl für sich zu akzeptieren. Das sollte nicht ihr Weg sein, auch nicht als Zwischenstation. Sie brauchte deswegen zusätzlich Kraft, da ihre Familie aus der belastenden Situation darin einen Ausweg sah und immer wieder Druck aufbaute. Sie wusste, sie würde es schaffen, wenn sie das Geringere nicht für sich akzeptiert. Sie hielt ständig Ausschau nach dem Licht am Ende des Tunnels. Eines Morgens als sie sich zum Briefkasten unten außen an der Haustür geschleppt hatte, mit den Krücken unterm Arm an der Hauswand lehnend den Postkasten öffnete, sprach sie eine Passantin an, um nach dem Weg zu fragen. Wie sie sich der Frau zuwandte, erkannte Sie eine Schulkameradin von früher, die sich erschrak, sie so belastet zu sehen. Sie hatten in ein kurzes nettes Gespräch und ihre ehemalige Kameradin ging weiter. Ein paar Worte in einem Nebensatz von ihr gingen Anna nicht mehr aus dem Sinn. Katrin, sie erinnerte sich wieder an den Vornamen hatte etwas von wegen „Zeit haben durch die Langsamkeit der Bewegung“ und die eingeschränkte Bewegungsfreiheit gesagt, die man gut nutzen könne, um die eigenen Lebensziele zu überdenken und auch den Flaschenhals in seinem Leben herauszufinden. Sie wüsste wovon sie spricht. Anna ging wieder mühsam und im Mikrotempo die Stufen zu ihrer Wohnung hoch. Was kann hinter ihren Schwierigkeiten wirklich verborgen liegen? Außer den physiotherapeutischen Übungen begann Sie in ihrem Inneren nach Blockaden zu suchen, die sie vom vollständigen Gesund werden abhielten. Wo sabotierte sie sich selbst? Was war es, an das sie nicht herangehen wollte? Womit hielt sie ihren Körper ab, richtig zu regenerieren? Viel Zeit verbrachte sie mit diesen Fragen und erkannte, wenn sie in ihrem Inneren ihre Lebensaufgaben klären kann und sich vor neuen Herausforderungen nicht versteckt, würde ihre äußere körperliche Konstitution, ihre Motorik, besonders ihre Beine, die sie vorwärts tragen ausgeglichen und gestärkt werden. Sie begann einen konstruktiven Dialog mit Ihrem Inneren und verbrachte viel Zeit dabei. Ihr Licht am Ende des Tunnels begann sichtbar zu werden. Manchmal kommen Denkanstöße mit therapeutischem Wert am Briefkasten vorbeigelaufen, nicht immer, aber haben Sie schon nachgesehen? Anna schaffte Ihre Neueinstieg in einen lebenswerten Alltag, mit neuen spannenden Aufgaben, einer neuen Wertigkeit innerhalb der Familie und mit Rückgrat und aufrecht gehend. Ist der Mensch innen heil, folgen sein Äußeres und alle Umstände nach. |
Erstellt am: 17.12.2010
